Recorded & Publishing

Tower Records soll nicht vollständig untergehen

Die US-Fachhandelskette Tower wird bis Weihnachten Geschichte sein, doch die Marke soll der Branche noch länger erhalten bleiben. Angeblich sollen bis zu drei neue Läden unter dem Tower-Namen entstehen. Zudem wird der Onlineshop von seinem Aufkäufer weiter betrieben.

Die US-Facheinzelhandelskette Tower wird noch vor Weihnachten Geschichte sein, doch die Marke soll der Branche vermutlich noch länger erhalten bleiben. Angeblich sollen bis zu drei neue Läden unter dem Tower-Namen entstehen. Der Geschäftsführer des Anfang Oktober an den Liquidator Great American Group versteigerten Händlers erklärte, dass es inzwischen einige Interessenten für das Markenzeichen der Firma und einige der demnächst geräumten Niederlassungen gibt.

„Es wird ein deutlich kleineres Tower Records sein, aber die Marke wird weiterleben“, sagte Joseph D’Amico. Wer die Interessenten sind, verriet D’Amico nicht. Russ Solomon, Gründer der Tower-Kette, wird es wohl nicht sein. Er hatte nach seinem vorzeitigen Ausscheiden aus der Insolvenzauktion angekündigt, er wolle sich mit einer Neugründung im Tonträgerhandel zurückmelden. Geplanter Name des Geschäfts: Resurrection Records. Unterdessen wird der Onlineshop Tower.com von seinem Aufkäufer weiter betrieben werden. Den Zuschlag erhielt die Firma Norton für 3,8 Millionen Dollar. In diesem Preis inbegriffen ist auch das In-Store-Magazin „Pulse“ und das Label 33rd Street Records, das einst vom langjährigen Tower-Mitarbeiter Morty Wiggins gegründet und geführt wurde. 33rd Street bot Kleinlabels auch einen Vertrieb an, der vor allem dazu diente, dass deren Veröffentlichungen einen Platz in den Tower-Regalen fanden.

Von den inzwischen 155 Millionen Dollar, die durch den Zwangsverkauf aller Tower-Assets erlöst wurden, werden die Indielabels allerdings nur sehr wenig sehen. 85 Millionen Dollar gehen direkt an die Gläubigerbanken, den Rest erhalten die Majorplattenfirmen, die zuletzt gemeinsam Außenstände in Höhe von 82 Millionen Dollar bei Tower hatten. Den Independents schuldet der Händler 15 Millionen Dollar, da dies aber meist unverbriefte Schulden sind, werden die kleineren Firmen wohl leer ausgehen. Für einen Indie-Vertrieb wie z.B. Navarre bedeutet dies konkret einen Ausfall von knapp 900.000 Dollar.

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