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Tower Records bäumt sich mit NARM-Award auf

Bei der 48. Jahrestagung des US-Händlerverbands NARM wurden wie in jedem Jahr zum Abschluss die besten Händler, Vertriebe und Großhändler ausgezeichnet. Ausgerechnet die vermutlich vor der Auflösung stehende Kette Tower Records erhielt dabei einen der Preise.

Bei der 48. Jahrestagung des US-Händlerverbands NARM wurden wie in jedem Jahr zum Abschluss die besten Händler, Vertriebe und Großhändler ausgezeichnet. Ausgerechnet die vermutlich vor der Auflösung stehende Kette Tower Records erhielt dabei einen der Preise. Der unabhängige Fachhändler mit derzeit 88 Niederlassungen in den USA bekam die Auszeichnung in der Kategorie „Große Einzelhändler“ bereits zum dritten Mal in Folge. Tower steht allerdings aktuell vor massiven Problemen, da der geplante Verkauf des Unternehmens vorläufig gescheitert ist und die Rechnungen der Lieferanten ab August nicht mehr beglichen werden können.

Die vier Majors und zahlreiche Independentlabels haben in der Folge einen Lieferstopp für Tower verhängt, womit die Kette demnächst auch ohne Ware dastehen wird. Derzeit ist unklar, ob Tower nach dem Frühjahr 2004 erneut Insolvenz anmelden muss. Kevin Cassidy, Executive Vice President von Tower, fand bei der Überreichung des NARM-Awards am 5. August jedoch aufmunternde Worte. Man verdanke die Ehre der Branchenauszeichnung dem Firmengründer Russ Solomon, den sieben Tower-Direktoren, den 88 Filialleitern und 2800 Mitarbeitern, die „auch künftig mit Stolz die Tower-Farben tragen werden“. In Anspielung auf die nächste NARM-Jahrestagung schloss Cassidy mit den Worten: „Wir sehen uns in Chicago. Lang leben die unabhängigen Läden, lang lebe der Handel und lang lebe Tower.“ Wie lange die Firma indes tatsächlich noch durchhalten kann, bleibt abzuwarten.

Weitere NARM-Preise gingen an den mittelgroßen Fachhändler Waterloo Records in Austin und an den kleinen Plattenladen Twist & Shout aus Denver. In der Kategorie Großhändler/Rackjobber gingen die Preise wie im letzten Jahr an Allianced Entertainment, Baker & Taylor und Electric Fetus. In der Sparte Vertriebe setzte sich erstmals WEA durch, zudem wurden der Sony BMG-Indievertriebsarm RED und Red-eye Distribution geehrt. Bei den Labels gingen Rhino Entertainment, die Verve Music Group und Sub Pop Records als Sieger hervor.

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