Für die zum Verkauf stehende insolvente US-Fachhandelskette Tower Records gibt es inzwischen einen ersten Hauptbieter. Die Great American Group – spezialisiert auf Firmenauflösungen – hat bei der Versteigerung einen Mindestpreis definiert.
Wenn am 5. Oktober die eigentliche Auktion der Markenrechte und Aktivposten über die Bühne geht, können Mitbieter die Latte natürlich höher legen. Ein Erstbieter, der mit seiner verbindlichen Einstiegsofferte den Minimalpreis festlegt, ist von der gerichtlich verordneten Insolvenzversteigerung vorgeschrieben. Die Tatsache, dass ausgerechnet die Great American als Lead Bidder ins Rennen geht, beunruhigt die beteiligten Gläubiger von Tower und den Rest der Branche nun zusätzlich. Das kalifornische Unternehmen würde den Traditionshändler bei einem Zuschlag wohl sicher zerschlagen.
Great American war in der Vergangenheit auch in die Verkäufe der Händler Musicland, Wherehouse und Aron’s Records involviert. Wie hoch das Gebot von Great American liegt, wurde nicht bekannt. Das Ende von Tower bedeutet diese Entwicklung dennoch noch nicht. Zum Beispiel hat sich der Chicagoer Privatinvestor Radius Equity Partners bei der ersten Runde bewusst zurückgehalten: „Wir wollen uns jetzt noch nicht in die Karten schauen lassen“, erklärte Radius-Mann Stuart Jamieson. Man habe einen Sanierungsplan entwickelt, der aus Tower wieder „einen hippen, coolen Einkaufsort“ machen werde.
Auch Tower-Gründer Russ Solomon und die Handelskette Trans World Entertainment werden wohl erst in der zweiten Runde der Auktion öffentlich ins Geschehen eingreifen.





