Recorded & Publishing

Titan Schallplatten: Schlagerspezialist mit Expansionsdrang

Die 1988 gegründete Firma Titan Schallplatten ist vor allem im Bereich der Schlager- und Unterhaltungsmusik aktiv. Statt sein Repertoire wie viele etablierte Firmen im Zuge der Absatzkrise zu reduzieren, will Inhaber Toni Bunte im nächsten Jahr mehr Produktionen herausbringen.

„2002 werden wir deutlich mehr Tonträger veröffentlichen als in den zurückliegenden Jahren“, erklärt Toni Bunte im Gespräch mit musikwoche.de. „Es sind bereits sehr viele Produzenten aus Deutschland auf uns zugekommen, die ihre Künstler oder Titel bei den etablierten Plattenfirmen nicht mehr unterbringen können.“

Zu den erfolgreichsten Produkten bei Titan Schallplatten zählt seit Jahren die Compilation-Serie „Playback“s – Superstars und ihre Hits“, von der inzwischen über dreißig Ausgaben vorliegen. „Zusammen genommen haben wir von allen Ausgaben inzwischen über eine Million Stück verkauft“, berichtet Bunte. „Das ist einfach ein Artikel, der sehr oft kopiert worden ist. Aber außer uns ist damit keiner so richtig glücklich geworden. Diese Compilations sind für uns eine sehr gute, kontinuierliche Umsatzschiene.“

Die ersten Erfolge feierte Titan bereits kurz nach der Gründung 1988 mit dem Titel „Zu verkaufen ein schneeweißes Brautkleid“ von Jürgen Renfordt. Danach folgten die ersten deutsch-deutschen TV-Sampler, verwirklicht in Zusammenarbeit mit den Machern der Sendungen „Ein Kessel Buntes“ und „Achims Hitparade“. Auf ihnen waren erstmals Interpreten aus Ost- und West-Deutschland vertreten.

„Für das nächste Jahr bereiten wir bereits wieder einige neue Kopplungen in diesem Bereich vor. In Zukunft wollen wir die bewärten Produktpaletten erhalten und ausbauen und zugleich verstärkt als Vermarktungspartner für deutsche Produzenten und Künstler zur Verfügung stehen.“

Die angespannte Situation im traditionellen Fachhandel mache sich auch im Schlagerbereich bemerkbar. „Es ist in den letzten Jahren deutlich schwieriger geworden, Produkte zu platzieren. Von den sogenannten Sondervertriebswegen halte ich nicht sehr viel. Sie schaffen kurzfristig hohe Umsätze, helfen dem Tonträgerhandel aber in keiner Weise. Die Krise der Musikindustrie scheint mir hausgemacht und basiert auf Fehleinschätzungen zur technischen Entwicklung, der Vernachlässigung von Kundenpotenzialen und einem unbefriedigenden Zusammenwirken von Handel und Industrie.“

Bunte weiter: „Hinzu kommt die über Jahrzehnte versäumte Lobbyarbeit und dass man sich mit der Tatsache zufrieden gab, eine emotionale Benutzerbranche zu sein. Der deutsche Schlager im speziellen hat es versäumt, sich zu solidarisieren und eine starke Position für diese Musik aufzubauen, obwohl es gerade in dieser Szene die Persönlichkeiten dafür gab und gibt.“