Recorded & Publishing

Time Warner und EMI vor Abschluss der Verhandlungen?

Die Gespräche zwischen dem Medienkonzern Time Warner und der EMI Group über einen Verkauf der Warner-Musiksparte an die Briten sollen angeblich weit vorangeschritten sein.

Die Gespräche zwischen dem Medienkonzern Time Warner und der EMI Group über einen Verkauf der Warner-Musiksparte an die Briten sollen angeblich weit vorangeschritten sein. Nach einem Bericht der „New York Times“ steht ein Preis von rund einer Mrd. Dollar – umgerechnet rund 850 Mio. Euro – im Raum. Außerdem soll Time Warner einen Anteil von 20 bis 30 Prozent an dem verschmolzenen Unternehmen behalten wollen. Allerdings berichtet das Blatt auch von möglichen Problemen innerhalb des Time-Warner-Managements: So soll Warner-Chef Roger Ames, der bis Mitte September eine Verbindung von Warner Music mit dem Bertelsmann-Musikarm BMG vorantrieb, unglücklich mit der Entwicklung der Verhandlungen sein. „Roger ist traurig“, zitiert die Zeitung Chris Blackwell, CEO von Palm Pictures und Gründer von Island Records. Ein Verkauf der Musiksparte an EMI könnte laut der „NYT“ nun zum Ausstieg von Ames führen. Mit Bezug auf nicht genannte Managementkreise bei Warner und EMI berichtet das Blatt, Ames sei nicht in die Gespräche mit EMI eingebunden worden. Zudem hätte es zwischen ihm und dem heutigen EMI-Manager Alain Levy bereits Mitte der Neunziger Jahre während ihrer gemeinsamen Zeit bei der damaligen PolyGram-Gruppe Spannungen gegeben. Laut Managementkreisen bei Warner und EMI bestehe allerdings noch eine kleine Chance, dass Ames dem Unternehmen auch nach einem Merger mit EMI treu bleiben könne. Nötig habe es der frühere Chef von London Records, den die Londoner „Sunday Times“ in ihrem Ranking der wohlhabensten Briten im Musikgeschäft an 13. Stelle führt, allerdings nicht. Schließlich berichtete das „Wall Street Journal“, dass auch eine Versteigerung des Warner-Musikarms möglich sei.