Angeblich hält die neue Führung dem scheidenden CEO Thomas Middelhoff vor, das Musikgeschäft zu haben. Neben der aktuellen Marktlage hätten vor allem hausgemachte Probleme zu Verlusten bei BMG geführt. büßte BMG in einem ohnehin rückläufigen deutschen Markt mit rund drei Prozentpunkten bei LP-Charts-Anteilen von allen Majors am meisten ein. Nun droht als erstes die Tauschbörse Napster dem erwarteten Restaurationskurs des neuen Vorstands um Gunter Thielen und Siegfried Luther zum Opfer zu fallen. Mit dem von Middelhoff verliere Napster seinen größten internen Fürsprecher, heißt es. Immerhin hat das Experiment mit dem einstigen Star des Internet-Booms Bertelsmann inzwischen rund 85 Millionen Dollar gekostet. Außerdem erzeugte der Deal einen ständigem Konflikt mit den Verbänden der Musikindustrie: „Middelhoff war ein aggressiver Typ, der Risiken eingegangen ist und eine klare Vision verfolgte. Aber er konnte nicht zuhören“, konstatierte Hilary Rosen, Vorsitzende der RIAA. Überdies sei ein Verkauf des Online-Retailers BOL nicht auszuschließen, meinen Beobachter.
Thielen und Luther beraten über das Schicksal von Napster und BOL
Noch berät der neue Vorstand von Bertelsmann über die künftige Strategie des Konzerns, doch für Beobachter scheint unstrittig, dass im Internet- und Musikbereich schmerzhafte Schritte bevorstehen.






