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Thielen glaubt an Sieg gegen Online-Piraterie

Bertelsmann-Chef Gunter Thielen geht davon aus, dass die Entertainmentbranche das Problem mit der Internet-Piraterie spätestens in zwei Jahren gelöst haben wird. Gleichzeitig erwartet er, dass Sony BMG künftig neue Umsatzquellen erschließt.

Bertelsmann-Chef Gunter Thielen geht davon aus, dass die Entertainmentbranche die Umsatzeinbrüche durch Internet-Piraterie spätestens in zwei Jahren in den Griff bekommen wird. „Solange wir nicht auf elektronischem Wege in diese Prozesse eingreifen, werden wir das Problem mit den Downloads nicht lösen. Aber es gibt diesbezüglich bereits eine Reihe von Technologien, die derzeit getestet werden. Ich gehe davon aus, dass sie recht bald einsatzfähig sind“, erklärte Thielen dem „Wall Street Journal“ in einem ausgiebigen Interview. „In ein oder zwei Jahren werden wir dieses Problem gelöst haben“, gab sich der Konzernchef zuversichtlich. Auch der zunehmende Erfolg von kommerziellen Download-Diensten habe die P2P-Gefahr spürbar schrumpfen lassen. Gleichzeitig erwartet Thielen jedoch von Sony BMG, dass sich das fusionierte Unternehmen künftig neue Umsatzquellen erschließt.

Verträge mit Künstlern sollten so gestaltet werden, dass die Plattenfirma nicht nur am Tonträgerverkauf, sondern an der gesamten Umsatzkette mitverdient. Es sei deshalb nötig, neuartige „Partnerschaften“ mit den Kreativen einzugehen, die alle Aspekte der Karriere einbeziehen. „Wir sollten die Künstler komplett vermarkten, vom Merchandising, über Konzerte und Filme bis zu den Songs selbst.“ Mit der RTL Group verfüge Bertelsmann ohnehin über eine unschlagbare Promotionmaschine für den europäischen Raum. „Wir können über das Fernsehen Musikstars kreieren wie niemand sonst“, so Thielen, der das Musikgeschäft trotz aller Schwierigkeiten mit guten Aussichten bewertet. „Im Prinzip könnten Sie jedes Mediengeschäft in Frage stellen. Ich könnte Ihnen sofort aufzeigen, an welchen Stellen jedes unserer Geschäfte gefährdet ist. In dieser Hinsicht gibt es also kein Geschäft, das nicht mit Problemen zu kämpfen hat. Da könnten wir uns ja aus allen Bereichen zurückziehen.“

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