Dass Jay-Z mit „Kingdom Come“ von null auf eins in die US-Charts einsteigen würde, galt als sicher. Die eigentliche Überraschung sind die enttäuschenden Verkaufszahlen. Dem Rapper und Chef des Universal-Labels Def Jam reichten 680.000 verkaufte CDs, um an die Spitze der Albumhitliste zu gelangen.
Das ist zwar eine persönliche Bestleistung für Jay-Z, doch in diesem Jahr waren die Rascal Flatts (722.000) und Justin Timberlake (684.000) mit ihren Erstwochenergebnissen besser als der vermeintliche Topseller. Die Prognosen für „Kingdom Come“ lagen bei mehr als 800.000 Einheiten.
Ebenfalls unter den Erwartungen blieb das neue Beatles-Album „Love“, das sich mit 272.000 Verkäufen auf Position vier einreiht. Deutlich besser bei der Tonträgerkundschaft kam da „Daughtry“ an. Das Debüt des „American Idol“-Finalisten Chris Daughtry setzte auf Anhieb 304.000 CDs ab und landet an zweiter Stelle. Unverändert Rang drei sichert sich die Hitkopplung „Now! 23“ mit weiteren 289.000 verkauften Kopien. Neueinsteiger auf Platz fünf ist Snoop Dogg mit 264.000 Exemplaren von „Tha Blue Carpet Treatment“, gefolgt von Beyoncé, die dank 173.000 neuer Käufer für „B’Day“ auf Position sechs klettert. Der Soundtrack zu „Hannah Montana“ fand 167.000 zahlende Fans und fällt auf die Sieben, wo er vor Akon bleibt, der von „Konvicted“ 3000 Stück weniger verkaufte.
Den 14. posthumen Charts-Einstieg registriert die US-Branche für Tupac Shakur, dessen „Pac’s Life“ für Rang neun 159.000 Verkäufe benötigte. Keith Urban vervollständigt mit 157.000 Einheiten von „Love, Pain & The Whole Crazy Thing“ die Top Ten. Weitere Top-Veröffentlichungen, die es in der bislang lebhaftesten Verkaufswoche des Jahres nicht nach ganz vorne schafften: U2 steigt mit „18 Singles“ nur an zwölfter Stelle (134.000 Kopien) ein, Il Divo schafft es mit „Siempre“ nur auf Platz 17 (108.000) und Oasis – in der britischen Heimat immerhin gut im Rennen – bewegte nur 18.000 Amerikaner dazu, für „Stop The Clocks“ zu bezahlen. Die Folge: Position 89.
Das lange Wochenende um Thanksgiving, traditionell der Startschuss für die heiße Phase des US-Saisongeschäfts, bescherte den Händlern zwar deutlich mehr Kundschaft, doch im Vergleich mit dem Vorjahr ist kein Wachstum zu erkennen. In der Woche bis zum 26. November kauften die Amerikaner 17,02 Millionen Alben – 36 Prozent mehr als in der Woche davor, aber genauso viele wie an Thanksgiving 2005.
Dafür konnten von den 200 Alben in den Charts 162 Titel ihre Absatzzahlen im Vergleich zur Vorwoche verbessern. Janet Jackson steigerte die Verkäufe ihres Flop-Albums „20 Y.O.“ um 285 Prozent, Justin Timberlake legte um 180 Prozent zu, Tony Bennetts „Duets“ um 162 und Beyoncé immerhin um 154 Prozent.
Doch diese Stückzahlenzuwächse werden meist kein Plus bei den Gewinnen der Händler verursachen. Die Mehrheit der Titel war stark rabattiert ins Wochenende gegangen. Speziell Ketten wie Wal-Mart, Target, Best Buy und Circuit City lockten Kunden mit zum Teil massiven Preisnachlässen. Insgesamt setzte die Branche seit Jahresbeginn nun 485,7 Millionen Alben ab – weiterhin ein Minus von fünf Prozent im Jahresvergleich.






