Recorded & Publishing

Tauschbörsendaten sollen Radio-Airplay anschieben

Die US-Firma BigChampagne ist auf dem besten Weg, zum Gegenstück von Media Control oder SoundScan für die Nutzung von Tauschbörsen zu werden.

Die US-Firma BigChampagne ist auf dem besten Weg, zum Gegenstück von Media Control oder SoundScan für die Nutzung von Tauschbörsen zu werden: Das Unternehmen analysiert die Download-Aktivitäten innerhalb der P2P-Netzwerke und stellt daraus unter anderem Tausch-Charts zusammen. In der Woche vom 1. bis zum 8. September führten Tracks von 50 Cent, Chingy und Black Eyed Peas. Außerdem haben die BigChampagne-Macher einen Weg gefunden, verkürzte IP-Adressen der Tauschbörsennutzer den amerikanischen Postleitzahlen zuzuordnen, und so regionale Trends nachverfolgen zu können. Die gesammelten Daten stellt das Unternehmen Plattenfirmen kostenpflichtig zur Verfügung. Diese wiederum nutzen die Analysen laut einem Bericht in der Oktober-Ausgabe des US-Magazins „Wired“ unter anderem dazu, Radiostationen von den Qualitäten einzelner Titel zu überzeugen, um ihren Acts so zu mehr Airplay zu verhelfen. Gegenüber „Wired“ erklärte BigChampagne-CEO Eric Garland, dass die Labels Maverick, Atlantic, Warner Bros., Interscope, DreamWorks, Elektra und Hollywood die Dienste von BigChampagne nutzen. Das im Jahr 2000 gegründeten Unternehmen soll für Analysen aller Tracks eines Albums 7500 Dollar berechnen, außerdem seien Jahresverträge mit monatlichen Kosten von bis zu 40.000 Dollar möglich.