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Taiwans Regierung schaltet sich in P2P-Streit ein

Die Verurteilung der Betreiber der taiwanesischen Tauschbörse Kuro schlägt hohe Wellen. Während die Kuro-Macher den Rechtsstreit wenn nötig bis in die höchste Instanz tragen wollen, will Taiwans Regierungschef für einen Kompromiss sorgen.

Die Verurteilung der Betreiber der taiwanesischen Tauschbörse Kuro schlägt hohe Wellen. Während die Kuro-Macher den Rechtsstreit wenn nötig bis in die höchste Instanz tragen wollen, will Taiwans Regierungschef für einen Kompromiss sorgen. Die Musikindustrie solle versuchen, einen Weg zur Kooperation mit Filesharing-Diensten wie Kuro zu finden, erklärte Premierminister Frank Hsieh. Schließlich sollten Konsumenten in der Lage sein, die jüngsten Errungenschaften moderner Technologie legal zu nutzen.

„Die Regierung kann natürlich nicht die Augen vor der Krise der Musikbranche verschließen“, so Hsieh. „Doch wir sollten auch nicht zulassen, dass Internetnutzer ständig in der Gefahr von Gesetzesverstößen leben.“ Die beiden Streitparteien sollten sich zusammen mit dem Intellectual Property Office des Landes an einen Tisch setzen, und einen Kompromiss aushandeln, bei dem die Rechte der Verbraucher im Vordergrund stehen, sagte der Premier.

Bei der taiwanesischen Landesvertretung der IFPI, die den Prozess gegen Kuro angestrebt hatte, gibt man sich jedoch zugeknöpft: Man handle bei der Pirateriebekämpfung lediglich im Auftrag der Mitgliedsfirmen. Eine Verhandlungsbefugnis über Lizenzen habe die IFPI hingegen nicht, stellte Verbandschef Robin Lee klar. Ungeachtet der Einmischung aus der Politik wollen die Kuro-Betreiber zunächst in Revision gehen. Man wolle den Streit bis zum Ende durchfechten, ließ eine Unternehmenssprecherin verlauten.

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