Die taiwanesische Regierung freut sich über ein Lob der Musikwirtschaft. Sowohl die IFPI als auch die RIAA attestierten dem asiatischen Land große Fortschritte im Kampf gegen Piraten. Bei einem Besuch in der vergangenen Woche trafen sich Joe Papovich von der RIAA und der neue IFPI-Chef John Kennedy mit Steve Chen, Vizeminister für Wirtschaftsbeziehungen, und Tsai Lien-sheng, Generaldirektor des Intellectual Property Office. Die Offiziellen berichteten den Branchenvertretern dabei von ihren Erfolgen in der Bekämpfung der Piraterie. Im Jahr 2004 habe man die Pirateriequote von zuletzt 53 auf nur noch 43 Prozent senken können – die weltweit größte Eindämmung im letzten Jahr.
Dennoch drängten Kennedy und Papovich auf eine konsequentere Bekämpfung von P2P-Anbietern. Besonders die beiden taiwanesischen Tauschbörsen Kuro.com.tw und EZpeer.com.tw sind den Verbandsoberen ein Dorn im Auge. Bereits im Dezember 2003 leiteten die Behörden rechtliche Schritte gegen die beiden Dienste ein, ein Urteil des zuständigen Gerichts steht noch aus. Das Intellectual Property Office bemühe sich jedoch, auch hier Gesetzeslücken zu schließen, indem es innerhalb der nächsten drei Jahre einen Entwurf für ein Gesetz gegen illegales Filesharing durch das Parlament bringt.
Nun hat Taipeh vor allem ein Ziel: die US-Regierung überzeugen. Man will von Washingtons schwarzer Liste der schlimmsten Piratenmärkte gestrichen werden. Der US-Handelsbeauftragte will angeblich noch im Januar darüber befinden, ob Taiwan von der Special 301 Priority Watch List entfernt werden kann. Davon hängen Außenhandels- und Zollvergünstigungen ab.






