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Taiwan droht Piraten-Kollaps

Die durch Musikpiraterie in Taiwan ausgelöste Branchenkrise nimmt dramatische Formen an.

Bei einem Treffen in Taipeh forderten Vertreter der Musikindustrie Taiwans und von Künstlerverbänden die Gesetzgeber dringend zu Unterstützung im Kampf gegen Musikpiraten auf, da die Schäden die Existenz der Branche bedrohten. Während das Land in den 90er-Jahren eines der umsatzstärksten in Asien war, hat sich die Pirateriequote in den letzten Jahren verdoppelt. Heute stammt rund die Hälfte der in Taiwan verkauften Musik aus illegalen Quellen und erreicht einen Wert von 50 Millionen Dollar. Dies führte zu massiven Umsatzeinbrüchen der Musikfirmen: Beliefen sich die Umsätze der Unternehmen 1999 noch auf 306 Millionen Dollar, setzte die Branche 2001 nur noch 170 Millionen Dollar um. Im ersten Halbjahr 2002 brach der Markt um weitere 13,4 Prozent ein. Auch die Zahl der in der Musikbranche beschäftigten Taiwanesen sank um 30 Prozent. Nun soll unter anderem eine neue Piraterie-Task-Force ermächtigt werden, selbstständig CD-Fabriken zu untersuchen, Ware zu beschlagnahmen und Verhaftungen vorzunehmen. Außerdem sollen die Urheberschutzgesetze sowie die Strafen für CD-Piraten verschärft werden. Die Brisanz der Situation betonte Warner-Asia-Chef Lachie Rutherford: „Dieses Land war einmal der wichtigste Quell asiatischer Musik – jetzt stirbt seine Musikindustrie vor unseren Augen.“

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