Die 18. Ausgabe der South By Southwest Music Conference & Festival (SXSW) in Austin, Texas, verzeichnete deutlich mehr Teilnehmer als in den Vorjahren, wobei in den Panels die Krise der Tonträgerindustrie deutlich zur Sprache kam. „Die Industrie ist in keinem guten Zustand. Dennoch hat die Messe um 35 bis 40 Prozent mehr Zuspruch als im Vorjahr“, erklärte Nick Barbaro, Herausgeber der Wochenzeitung „Austin Chronicle“, die die Veranstaltung seit jeher sponsert. Laut Roland Swenson, Managing Director der SXSW, lag die vorläufige Zahl der Messebesucher bei rund 8000. Rund 14.000 Musikfans hätten darüber hinaus Eintrittskarten für die Konzerte des Festivals erworben, wobei Auftritte der Von Bondies und von Franz Ferdinand zu den bestbesuchten Events zählten. Während die Majors weniger Parties und Showcases gaben, rückte der ursprüngliche Charakter der Veranstaltung als Plattform für Indie-Acts und Talente ohne Plattenvertrag wieder mehr in den Vordergrund.
In mehreren Panels wurde der Niedergang der Tonträgerindustrie beleuchtet. So erklärte in der Diskussion „Das Ende des Plattenladens?“ der Händler Carl Singmaster, dass die Unfähigkeit der Majors, die Wünsche der Kunden zu bedienen, Grund der gegenwärtigen Situation sei. Singmaster begründete den Verkauf beziehungsweise die Schließung seiner fünf Läden der Kette Manifest Discs & Tapes damit, dass das Geschäft keinen Spaß mehr mache. Die Probleme des Tonträgerhandels manifestierten sich während der viertägigen Veranstaltung auch in der Meldung, dass die in Insolvenz stehende Fachhandelskette Tower Records ihre Filiale in Austin im Juni schließen wird – womit beispielsweise die 50.000 Studenten der University of Texas ohne einen auf Musik spezialisierten Fachhändler in der Region auskommen müssen. Ed Pierson, Executive Vice President und Anwalt des Publishers Warner Chappell, erklärte im Panel „Signing und Künstlerentwicklung in einem schrumpfenden Markt“ die Zeit der großen Deals der Neunziger definitiv für beeendet. „Während der SXSW 1999 haben wir in der Lobby des Hotels Four Seasons eben mal fünf Millionen Dollar ausgegeben. Wenn man heute auf solche Deals zurückblickt, kann man nur sagen: was haben wir uns bloß zum Teufel dabei gedacht?“, mahnte Pierson selbstkritisch an.
In seiner Keynoterede forderte Rock’n’Roll-Legende Little Richard die junge Musikergeneration auf, ihre Geschäftsangelegenheiten selbst in die Hand zu nehmen: „Lernt, Euch ums Business zu kümmern. Lernt, Euer Geld selbst zu zählen, denn wenn ihr das nicht tut, wird jemand anders das an eurer Stelle tun. Unterschreibt eure Schecks alle selbst. Ich wünschte, irgendjemand hätte mir damals etwas in der Art geraten.“






