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SXSW: MySpace-Gründer will iTunes keine Konkurrenz machen

Beim SXSW-Kongress gab MySpace-Gründer Tom Anderson Einblicke in die Musikpläne des Social-Networking-Portals. Man sehe sich nicht als Gefahr für iTunes. Musikverkäufe bei MySpace seien eine gute Ergänzung, aber nicht Teil des Kerngeschäfts.

Beim Kongress des US-Branchentreffs South by Southwest (SXSW) in Texas gab MySpace-Gründer Tom Anderson Einblicke in die Musikpläne des Social-Networking-Portals. Man sehe sich nicht als Gefahr für den Downloadmarktführer iTunes, so Anderson. Musikverkäufe über MySpace seien zwar eine formidable Ergänzung zum Gesamtkonzept, doch den digitalen Vertrieb sehe man nicht als Teil des Kerngeschäfts.

Die Kooperation von MySpace mit dem Digitalvertriebsdienstleister Snocap wird von manchen Beobachtern in der Branche als Breitseite von MySpace-Besitzer News Corp. gegen die Vorherrschaft von iTunes im Downloadhandel interpretiert. Doch von solchen Planspielen sei man weit entfernt, sagte Anderson. MySpace-Nutzern gehe es zunächst um die soziale Interaktion und „ums Zeit totschlagen“ auf der Website. Der Kauf von Musik spiele da eher eine nachgelagerte Rolle. Zudem erlaube MySpace ja Links auf den iTunes Store, insofern könne von Konkurrenz nicht gesprochen werden. „Ich denke nicht, dass wir iTunes killen und die Welt verändern werden.“

Anderson gab jedoch zu, dass die Einbindung von Shops à la Snocap großes Potenzial bieten kann. Sollten sich die Majorlabels irgendwann von DRM-Systemen verabschieden, könne man ganz andere Größenordnungen an Inhalten zum Kauf anbieten. Bislang können Rechteinhaber über die MyStores von Snocap nur kopierschutzfreie mp3-Dateien verkaufen. Das wolle man auch so beibehalten, sagte Anderson. „Wenn Sie sich keine großen Gedanken über DRM machen, ist Snocap recht hilfreich“, meinte Anderson, der das MyStore-Konzept vor allem als Tool für Nachwuchs- und vertragslose Künstler sieht.

Er betonte dabei jedoch, dass man sich bei allen Musikfragen als Partner von Künstlern und Labels sehe. Sollte sich der Downloadverkauf bewähren, werde man sich sicher nicht dagegen wehren. „Das wird sich noch herausstellen müssen. Aber wir investieren in diesen Bereich jetzt nicht gleich einen Großteil unserer Energie.“ MySpace verdiene im Moment genug Geld mit Werbung, so dass man im laufenden Jahr nicht auf zusätzliche Einkommensquellen angewiesen sei.

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