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Supermärkte graben US-Händlern das Wasser ab

Der Tonträgerfachhandel verliert in den USA immer mehr an Boden. Der Absatz von Fachhandelsketten sank im laufenden Jahr um 15 Prozent, der von unabhängigen Händlern sogar um 24 Prozent. Gewinner der Konsumverlagerung sind Groß- und Supermärkte sowie NTOs und der Onlinehandel.

Der Tonträgerfachhandel verliert in den USA immer mehr an Boden. Der Absatz von Fachhandelsketten sank im laufenden Jahr um 15 Prozent, der von unabhängigen Händlern sogar um 24 Prozent. Gewinner der Konsumverlagerung sind Groß- und Supermärkte sowie Non Traditional Outlets (NTOs) und der Onlinehandel, machten die Marktforscher von Nielsen SoundScan im Rahmen der 47. NARM Convention, der Jahrestagung der US-Händler in San Diego, deutlich.

Nur noch 46 Prozent aller Alben, die in den ersten sieben Monaten des Jahres verkauft wurden, stammten von Fachhandelsketten wie Tower Records, Virgin, HMV oder F.Y.E. Vor vier Jahren lag der Anteil noch bei 54 Prozent. Ähnlich auch die Entwicklung bei kleinen, unabhängigen Händlern wie Waterloo Records oder Amoeba: Ihr Marktanteil sank innerhalb von vier Jahren von 14 auf derzeit neun Prozent.

Gleichzeitig legten Großketten wie Wal-Mart, Best Buy, Target oder Circuit City um elf Prozentpunkte auf nunmehr 39 Prozent Handelsanteil zu. Die NTOs – dazu zählen neben Starbucks und Amazon auch die Downloadhändler – verbesserten sich sogar nur innerhalb eines Jahres von vier auf sieben Prozent Anteil. 52 Prozent des NTO-Absatzes geht auf das Konto von Onlineversendern, 33 Prozent tragen die Downloadhändler zum Albumabsatz bei.

Die Kundenwanderung lässt sich auch nach Genre darstellen. Laut Nielsen SoundScan sind die Mass Merchants besonders erfolgreich mit Country, Latin und Kindertonträgern. CDs aus den Repertoirebereichen Alternative, Jazz, Metal, Hip-Hop und R&B sind noch immer die Domäne des Fachhandels. Auch beim Katalogangebot trauen US-Käufer dem Fachhandel mehr Kompetenz zu.

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