Recorded & Publishing

Suisa will Abgabe auf iPod & Co. durchsetzen

Die Schweizer Urheberrechtsgesellschaft Suisa will den Vorbildern in Frankreich und Kanada nacheifern. Durch eine pauschale Tantiemenabgabe auf digitale Abspielgeräte sollen Künstler für CD-Ripping und illegale Downloads teilentschädigt werden.

Die Schweizer Urheberrechtsgesellschaft Suisa will den Vorbildern in Frankreich und Kanada nacheifern. Durch eine pauschale Tantiemenabgabe auf digitale Abspielgeräte sollen Künstler für CD-Ripping und illegale Downloads teilentschädigt werden. Davon betroffen wären gemäß dem Suisa-Entwurf MP3-Player mit Festplattenspeicher oder Wechselspeicherkarten. „Wenn man Musiktitel von einer CD auf einen iPod lädt, kopiert man geschützte Werke, und dafür müssen die Rechteinhaber entschädigt werden“, erklärte Suisa-Direktor Andreas Wegelin gegenüber der „Neuen Zürcher Zeitung“.

Im Nachbarland Frankreich existiert bereits eine derartige Regelung, die z.B. einen 40GB-iPod 20 Euro teurer macht als in der Schweiz. An diesem Vorbild orientiert sich die Suisa ebenso wie an dem Kanadas, wo über die Zulässigkeit der „iPod-Pauschale“ derzeit vor dem Obersten Gerichtshof verhandelt wird. Auch die Eidgenossen müssen sich über diese Pläne der Urheber erst noch einig werden. Wirtschafts- und Verbraucherverbände stellen sich schon jetzt gegen die Einführung der Playerabgabe.

Konsumenten würden dadurch dreimal zur Tantiemenkasse gebeten, findet Jürg Stutz, Präsident des IT-Verbands Swico: „Der Konsument müsste zuerst Nutzungsgebühren zahlen, wenn er Musik legal aus dem Internet herunterlädt, dann Leerträgerabgaben, wenn er die Songs auf CD brennt, und eine Geräteabgabe auf seinen MP3-Player.“ Für die Swico eine „Katastrophe“, nun liegen die Suisa-Vorschläge vor der zuständigen Schiedskommission. Sollte die Pauschale Wirklichkeit werden, würde sich etwa ein 40GB-iPod um 45 Schweizer Franken (rund 29 Euro) verteuern.

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