Im Gegensatz zum globalen Trend konnten die meisten Tonträgermärkte in Südamerika im Jahr 2005 Zuwächse verbuchen. Doch in Brasilien, dem größten Musikmarkt des Kontinents, ging es weiter bergab. Mit 265,4 Mio. Dollar Umsatz musste die brasilianische Branche ein Minus von zwölf Prozent verkraften. Als Hauptursache gilt weiterhin die weite Verbreitung von Piraterieprodukten. Dasselbe Argument könnte man indes auch für den mexikanischen Markt anführen, doch im zweitstärksten Territorium Lateinamerikas stiegen die Umsätze um zehn Prozent auf 262,6 Mio. Dollar.
Damit liegt Mexiko im internationalen Vergleich auf Rang elf nur noch hauchdünn hinter dem zehntplatzierten Brasilien. Die IFPI führt die positive Entwicklung vor allem auf das Programm „Mexiko Plus“ zurück, das Straßenhändlern den Weg zum Angebot von legaler Ware erleichtert. In Argentinien – in der Rangordnung des Kontinents an dritter Stelle – stiegen die Umsätze um 28 Prozent auf 51,4 Mio. Dollar. Auch andere Märkte legten zu: In Venezuela kletterten die Einnahmen mit Musik um zwölf, in Kolumbien um sechs und in Paraguay sogar um 102 Prozent – wenngleich auf vergleichsweise niedrigem Niveau.
Abseits von Mexiko verlor der Musikmarkt im restlichen Mittelamerika sowie in Peru sieben Prozent, in Chile gingen die Umsätze um fünf Prozent zurück. Insgesamt nahm die Branche in Lateinamerika im letzten Jahr 663,3 Mio. Dollar ein – ein minimales Minus von 0,04 Prozent.





