Die aktuellen Systeme zum Digital Rights Management (DRM) sind zu kundenunfreundlich und verhindern, dass der Downloadmarkt seine Potenziale voll ausschöpfen kann. Zu diesem Urteil kommt die Studie „Datenschutzverträgliches und nutzungsfreundliches Digital Rights Management – Privacy4DRM“, die das Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie (IDMT) im Auftrag des Bundesforschungsministeriums im Rahmen der Innovations- und Technikanalyse erstellt hat. Gegenüber der „Financial Times Deutschland“ (FTD) erklärte Johann Bizer vom an der Studie beteiligten Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein: „Die bisherige Strategie der Rechteverwerter ist kläglich gescheitert: Die heutigen DRM-Systeme sind nichts anderes als Zwangsjacken für die Nutzer und die empfinden dies auch so.“ Den Forschern zufolge seien die „vorhandenen DRM-Mechanismen […] unhandlich, intransparent, bedrohlich und isolieren die legalen Kunden auf zersplitterte Marktinseln“.
Im einem Bericht der FTD wirft BMBF-Staatssekretär Wolf-Michael Catenhusen der Musikbranche vor, sie sei zu sehr alten Denkmustern verhaftet. Für einen florierenden Downloadmarkt sei die Entwicklung neuer DRM-Modelle vonnöten. Im Mittelpunkt müsse dabei nicht wie bisher das Produkt, sondern der Nutzer stehen. „Zum nutzerorientierten Konzept gehört auch der unkomplizierte Weiterverkauf der virtuellen Rechte“, erklärt Co-Autor Rüdiger Grimm vom Fraunhofer-Institut IDMT. Vor allem aber fordert Grimm eine Interoperabilität der Systeme. Denn die Downloadkunden empfänden es als Zumutung, wenn sie für die Produkte verschiedener Anbieter auch jeweils eine eigene Software bräuchten.





