Mit harschen Worten und der Absage des für kommenden Montag geplanten Runden Tisches reagiert der Bundesverband der Phonographischen Wirtschaft auf einen offenen Brief des GEMA-Vorstands an Bundeskanzler Gerhard Schröder. Die GEMA habe damit versucht, die am 18. März gestartete Downloadplattform der Musikindustrie Phonoline zu torpedieren. GEMA-Chef Prof. Dr. Reinhold Kreile hatte in dem Brief erklärt, dass für Phonoline noch nicht die erforderliche urheberrechtliche Lizenz eingeholt worden sei. Dies sei „ein Zeichen dafür, dass seitens der so genannten Musikindustrie die Rechte der Urheber nicht so im Vordergrund stehen, wie die Urheber dies wünschen“, schrieb Kreile an den Kanzler. Der Phonoverband sieht hingegen durch die seiner Ansicht nach „völlig überzogenen Forderungen“ das „Musikgeschäft der Zukunft“ nachhaltig gefährdet. Dabei sei nicht nur die Höhe der von der GEMA geforderten Tarife ein Problem, sondern auch „die Abkehr von bewährten Strukturen“. So wolle die Verwertungsgesellschaft von jedem Onlinehändler separate Vergütungen einfordern, statt wie bisher die Lizenzen mit den verantwortlichen Musikfirmen als Eigentümer des Repertoires zu klären. Zudem sollen einheitliche Verwertungen aufgespalten werden, um zusätzliche Vergütungen zu sichern. Dadurch entwickle sich das New-Media-Geschäft zu einem „teuren, administrativ aufwändigen und unflexiblen Marathon“, mahnt der Phonoverband. Aufgrund des offenen Briefes sagte der Vorstand der Phonoverbände jetzt auch den für den 22. März geplanten Runden Tisch ab, zu dem der Phonoverbands-Vorsitzende Gerd Gebhardt GEMA, Musikverleger und Tonträgerindustrie zuvor im Rahmen der Echo-Verleihung eingeladen hatte. In dieser Runde wollte man den schwelenden Streit um die Höhe der mechanischen Lizenzen besprechen. „Die Absage ist unvermeidbar. In der vorgesehenen Runde ist das Treffen nach den Ereignissen dieser Woche belastet“, teilte der Verband mit: „Der Vorstand der Phonoverbände hat vor allem das Vertrauen darin verloren, dass der GEMA-Vorstand noch die Interessen aller seiner Mitglieder vertritt.“
Streit zwischen GEMA und IFPI eskaliert
Mit harschen Worten reagiert der Bundesverband Phono auf einen Brief des GEMA-Vorstands an Bundeskanzler Gerhard Schröder. Dieser Brief habe den Start von Phonoline torpediert. Nun wurde ein für kommenden Montag geplanter Runder Tisch abgesagt.






