Recorded & Publishing

Streichkonzert bei Warner Music

Nur einen Tag nach der Ankündigung, man werde in Hamburg bleiben, gab Warner Music Germany massive Einschnitte bekannt: Mit dem Abbau von insgesamt rund 130 Arbeitsplätzen fällt der Umstrukturierungsprozess der Firma noch drastischer aus als zunächst befürchtet.

Demnach erhalten knapp 100 Mitarbeiter die betriebsbedingte Kündigung, während gleichzeitig etwa 30 Zeitverträge nicht verlängert werden. „Die heute angekündigten Entlassungen sind Teil der von Warner Music Group kürzlich bekannt gegebenen weltweiten Umstrukturierungsmaßnahmen“, teilte das Unternehmen mit. „Sie reflektieren unsere Bestrebungen, auch in Zukunft in einem äußerst schwierigen Markt bestehen zu können und weiterhin wettbewerbsfähig zu bleiben.“ Den betroffenen Mitarbeitern wird über eine so genannte Outplacement-Agentur Unterstützung bei der Suche nach neuen Arbeitsplätzen angeboten. Wie die „Welt“ berichtet, war auch Hamburgs Wirtschaftssenator Gunnar Uldall überrascht vom Ausmaß der Stellenstreichungen. Auf die Frage, ob sich der Einsatz für den Verbleib von Warner Music in der Hansestadt gelohnt habe, sagte Uldall der Zeitung: „Wir standen vor der Frage, ob der Betrieb in toto weggeht, oder ob es uns gelingt einen großen Teil der Arbeitsplätze in Hamburg zu halten.“

Gemäß der Devise „lieber 100 Arbeitsplätze als gar keine“ nannte Uldall den Verbleib von Warner „einen großen Erfolg für die Hansestadt. Damit bleibt ein wichtiger Pfeiler unserer Medien- und Musikstadt erhalten.“ Er erhoffe sich nun wieder eine positive Entwicklung der Musikbranche in Hamburg, so der Wirtschaftssenator. Seinen Angaben zufolge beteiligt sich die Stadt „in einem geringen Umfang“ an den Umzugskosten der Plattenfirma. Zwar entschied sich Warner Music gegen einen Standortwechsel nach Berlin, innerhalb der Hansestadt zieht das Unternehmen aber vom Deichtor-Gebäude in die Speicherstadt. „Das ausgesprochen attraktive Angebot der Stadt und das immense Kreativpotenzial der Hamburger Musikszene, haben den Ausschlag gegeben, den Firmensitz von Warner Music in Hamburg zu belassen“, erklärte Warner-President Bernd Dopp. Zu Einzelheiten über die künftige Struktur äußerte sich das Unternehmen noch nicht.