Im Vorfeld der Echo-Verleihung gab Maarten Steinkamp, Chairman & CEO Sony BMG Music Entertainment (Germany) GmbH, im Rahmen einer Pressekonferenz im U-Bahn-Geschoss unter dem Potsdamer Platz den offiziellen Startschuss für die vereinigte Company. „Der Konsument steht im Mittelpunkt“, gab Steinkamp dabei als Devise für die zukünftige Arbeit von Sony BMG aus.
Die Zeiten seien vorbei, in denen Plattenfirmen den Musikern erklärten, was sie zu tun hätten, und den Kunden, was sie kaufen sollten. „Die Musik muss dem Kunden zugänglich sein – immer und überall“, betonte Steinkamp. Seine Company gebe dem Konsumenten die Möglichkeit, selbst zu entscheiden, ob er nur einen Song für 99 Cent aus dem Internet laden will oder ob er ein Package mit CD und DVD für 30 Euro braucht. Sony BMG habe laut Steinkamp aber keine Musik zu verschenken und werde, wie schon die englischen Kollegen verlauten ließen, keine Titel mehr für CD-Beilagen für Zeitschriften freigeben.
„Wir sind eine Company am Anfang und können auf dem deutschen Markt etwas bewegen“, verkündete der Sony-BMG-Chef. Bereits für dieses Jahr erhofft sich der fusionierte Major laut Steinkamp einen deutlichen Gewinn. Rund 330 Mio. Euro Umsatz strebt Sony BMG in diesem Jahr in Deutschland an. Stärker investieren will Sony BMG in den Domestic-Bereich. Für 2005 ist hier ein Etat von 25 Mio. Euro vorgesehen. Es gelte, für hoffnungsvolle einheimische Talente längere und intensivere A&R-Arbeit zu leisten.
Das digitale Geschäft soll bis 2007 zehn bis 15 Prozent des Gesamtumsatzes ausmachen. Noch weit interessanter seien in Zukunft indes die Musikangebote fürs Handy. Die Mobilfunkanbieter mit Bedarf an Musikinhalten hätten schließlich „Kohle ohne Ende“.
Steinkamp stellte die Teams und Abteilungen von Sony BMG in den Standorten München, Berlin, Hamburg und Bochum vor und gab auch dezidiert Auskunft über den Personalstand: Im Zuge der Fusion verringerte die deutsche Division des Majors den Mitarbeiterstab um 149 Personen. 76 Mitarbeitern wurde gekündigt.
Steinkamp erklärte auf der Pressekonferenz zudem, dass Sony BMG eine Radioquote nicht unterstützen werde und auch in diesem Jahr der Popkomm in Berlin fernbleiben werde. „Wozu sollen wir dahin?“, so Steinkamp unmissverständlich.






