Recorded & Publishing

Steht Viva vor dem Umbruch?

Zusätzlich zu den Gerüchten, dass ein unbekannter Käufer die Viva Media AG übernehmen will, sorgt eine für kommenden Freitag einberufenene außerordentliche Hauptversammlung beim Kölner Konzern für Unruhe.

Zusätzlich zu den Gerüchten, dass Universal seinen Anteil am Musiksender Viva verkaufen will, sorgt eine für kommenden Freitag einberufenene außerordentliche Hauptversammlung der Viva Media AG für Unruhe. Der „Süddeutschen Zeitung“ zufolge soll ein süddeutscher Anwalt mit unbekanntem Auftraggeber an einer Komplett-Übernahme des Kölner Medienkonzerns arbeiten. So habe er starkes Interesse für das angeblich zum Verkauf stehende Aktienpaket von Universal Music gezeigt, deren Viva-Anteil von 15,3 Prozent an der Börse rund 28 Millionen wert ist. Angeblich habe der Anwalt auch in New York beim Konzern Time Warner angefragt, der laut einer Meldung von „New Business“ überprüfen will, ob seine Beteiligung an Viva nach der Abgabe von Warner Music „langfristig sinnvoll“ sei. Bislang hält Time Warner 30,6 Prozent der Aktien an der Viva Media AG und 49 Prozent bei Viva Plus Fernsehen. Die Übernahmeversuche dürften auch Thema bei der für Freitag, den 23. Januar, in Köln einberufenen außerordentlichen Hauptversammlung von Viva werden. Offiziell geht es am Freitag jedoch um die Wahl eines neuen Aufsichtsratsmitgliedes als Ersatz für das ausscheidende Mitglied Andy Bird vom britischen Medienkonzern Turner Broadcasting. Die Versammlung, bei der laut Stimmen aus Branchenkreisen auch weiterreichende Personalfragen behandelt werden sollen, findet auf Wunsch von Warner Music statt. Der Hamburger Major schlägt auch bereits einen Nachfolger für Bird vor: Louise Scott Sams, Juristin und derzeit EVP und Justiziarin bei Turner Broadcasting Systems in Atlanta. Zudem bewirbt sich mit dem Kölner Bankkaufmann Norbert Schmitz ein Viva-Aktionär um den freien Posten im Aufsichtsrat.