Recorded & Publishing

Statement von Universal Music

Als Reaktion auf eine „Spiegel“-Meldung reagierte Universal Music mit einer Gegendarstellung, die musikwoche im Wortlaut dokumentiert.

“Die Behauptungen, die im,Spiegel‘ erhoben werden, sind größtenteils unrichtig. Es hat nie ein Gespräch und schon gar keinen „Deal“ gegeben, der das Ziel gehabt hätte, die redaktionelle Hoheit von Viva einzuschränken bzw. zu kaufen. In einem Gespräch mit Viva haben wir stattdessen versucht, ein Modell zu entwickeln, welches Viva in die Lage versetzt, sich frühzeitiger als bisher für oder gegen einen Newcomer Titel zu entscheiden. Dies jedoch nicht wie bisher auf Basis eines bereits gedrehten Videos, sondern aufgrund von Fakten und Audiomaterial des jeweiligen neuen Künstlers. So die Anzahl der Videos, die gedreht werden, zu begrenzen, war die Intention in diesen Zeiten überlebensnotwendig für unsere lokalen Nachwuchskünstler. Die redaktionelle Entscheidung sollte also wie bisher bei Viva bleiben, allein die Entscheidungsgrundlage sich verändern.

Die übrige Industrie wurde über diese Änderung im Rahmen einer Vorstandssitzung des Bundesverbandes phonographische Wirtschaft in Kenntnis gesetzt.

Der Artikel erweckt durch die abgebildeten Künstler den irrtümlichen Eindruck, dass sich dieses Modell der redaktionellen Auswahl vor Videoproduktion auch auf internationale und etablierte Künstler wie Eminem, Sophie Ellis-Bextor und Jeanette bezieht. Das ist natürlich nicht richtig.

Aus unserer Verantwortung heraus wollen wir einen Künstler zu einem frühen Zeitpunkt seiner mögli-chen Karriere nicht überschulden. Denn mit dem ersten Album wird er diese Ausgaben unmöglich wieder einspielen können. Ein Videodreh ist teuer, wenn auch die im Artikel genannte Summe von hunderttausend Euro bei Newcomern nicht der Realität entspricht. Falls das Video dann noch nicht einmal auf Rotation geht, ist das nicht nur verbranntes Geld, sondern auch eine Hypothek auf die Zu-kunft des Newcomers.

Uns geht es darum, mit Viva eine wichtige, oft sogar die einzige Fläche für Newcomer zu erhalten. Dies lässt sich angesichts der schwierigen Marktsituation für Musik, die sich auch auf Viva überträgt, nur über neue, kreative Modelle realisieren. Denn anders als öffentlich-rechtliche Sender erhält Viva keine Gebühren und bietet dennoch mehr Raum für Newcomer als die staatliche Konkurrenz im Radio – nämlich 40 Prozent. Diesen Raum zu erhalten, ist für die Musikwirtschaft existentiell.“