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Starbucks will Plattenhändler werden

Amerikas größter Kaffeeröster will als non-traditional Outlet für die Musikbranche Furore machen. Starbucks-Chairman Howard Schultz kündigte an, sein Unternehmen werde die Handelslandschaft in der Musikindustrie grundlegend verändern.

Amerikas größter Kaffeeröster will als non-traditional Outlet für die Musikbranche Furore machen. Starbucks-Chairman Howard Schultz kündigte an, sein Unternehmen werde die Handelslandschaft in der Musikindustrie grundlegend verändern. Die Branche suche seit langem nach neuen Vertriebskanälen und -partnern, so Schultz. Da müsse eine Kette wie Starbucks mit durchschnittlich 30 Mio. Kunden pro Woche doch willkommen sein. In einem Interview mit dem US-Fachmagazin „Fast Company“ beklagte Schultz die bestehende Handelslandschaft im Tonträgerbereich. Konsumenten jenseits des Teenager-Alters seien in traditionellen Geschäften völlig überfordert, zudem sei den meisten Outlets und dem dort beschäftigten Personal der Sinn für die Musik an sich abhanden gekommen. Ihm gehe es darum, „das Gefühl des Entdeckens, der Romantik und der Verführung, die Musik umgibt“, wieder zu beleben. Dies sei „eine vergessene Kunst, die wir wieder neu aufleben lassen müssen“. Neben den so genannten music-to-go-Brennkiosken, mit denen sich Starbucks-Kunden neben ihrem Cappucino auch eine individuelle CD in den Coffee-Shops der Kette kaufen können, will Schultz die vor rund fünf Jahren erworbene Compilation-Marke HearMusic stärker in den Filialen einbinden. Bislang war das eher ein Geschäft für die Zweit- und Drittauswertung von Repertoire, doch Starbucks will künftig in Zusammenarbeit mit verschiedenen Labels auch exklusive Erst-VÖs anbieten. Den Anfang macht eine Ray-Charles-Duett-CD, die beim Label Concord kurz vor dessen Tod entstand. Innerhalb der nächsten Jahre sollen immer mehr Starbucks-Filialen um HearMusic-Shops ergänzt werden. „Damit könnten wir in jeder Stadt, in der wir mit einem Starbucks-Coffeehouse vertreten sind, gleichzeitig auch der größte Plattenhändler werden“, so der Plan von Schultz.

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