Starbucks hat seine musikalischen Schwerpunkte für das laufende Jahr vorgestellt. Neben zwei neuen Projekten von Altentertainer Tony Bennett setzt die US-Kaffeehauskette auch wieder auf Newcomerthemen. Bei der Jahreshauptversammlung in der vergangenen Woche trat Bennett vor rund 5000 Aktionären des Unternehmens auf und präsentierte Auszüge aus seinen Werken. Um seine zumeist erwachsene Zielgruppe zu bedienen, plant Starbucks anlässlich Bennetts bevorstehendem 80. Geburtstag zunächst die Best-of „Through The Years“, die ab dem 4. April ausschließlich in den nordamerikanischen Filialen stehen wird.
Später im Jahr wird Starbucks dann in Zusammenarbeit mit RPM/Columbia ein Duettalbum von Bennett veröffentlichen, das dann auch im regulären Tonträgerhandel erhältlich sein wird. Als Gesangspartner sind derzeit die Dixie Chicks, Bono und Billy Joel bestätigt. Darüber hinaus wollen die Kaffeekocher ihr Engagement im Nachwuchsbereich fortsetzen. Nach der Veröffentlichung des Albums „From The Ground Up“ des Frauenquintetts Antigone Rising im letzen Jahr schafft es diesmal die 16-jährige Neuentdeckung Sonya Kitchell in die CD-Regale. Bei Antigone Rising arbeitete Starbucks mit dem Warner-Label Lava zusammen und verkaufte über 120.000 Exemplare, Kooperationspartner bei Sonya Kitchell ist nun die Velour Music Group.
Der Stückzahlenabsatz bei Tonträgern sei im Jahr 2005 um 307 Prozent gestiegen, berichtete Ken Lombard, President of Starbucks Entertainment, seinen Aktionären. Von gut 40 Alben habe man im letzten Jahr 3,5 Mio. Einheiten verkaufen können. Diesen Trend wolle man beibehalten. Aktuell verfügt die Kette über mehr als 11.000 Filialen mit 40 Mio. Kunden pro Woche weltweit, mittelfristig sollen es 30.000 werden. Speziell in den USA werde das Unternehmen künftig versuchen, mehr aus seiner digitalen Infrastruktur zu machen. Starbucks ist einer der größten Anbieter von öffentlichen WLAN-Hotspots des Landes. Da biete es sich förmlich an, Medieninhalte drahtlos und digital zu verkaufen.
Man arbeite an einem Konzept für Ladestationen, doch einen Zeitrahmen wollte Starbucks-Chairman Howard Schultz nicht nennen. Er habe jedoch die volle Unterstützung aus der Musikbranche: „Vor fünf Jahren konnte ich die Plattenfirmen nicht einmal zu einem Rückruf bewegen, heute werden unsere Büros mit Anfragen bombardiert. Aber wir lehnen 99 Prozent davon ab – vielleicht auch mehr.“





