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Starbucks eröffnet Plattenläden mit Kaffeeverkauf

Nach längerer Bedenkzeit weitet die US-Kaffeehauskette Starbucks nun ihr Konzept vom integrierten Plattenladen auf zwei neue Standorte aus. In San Antonio und Miami entstehen nun zwei Hear Music Coffeehouses mit umfangreichem CD-Angebot und Brennterminals.

Nach längerer Bedenkzeit weitet die US-Kaffeehauskette Starbucks nun ihr Konzept vom integrierten Plattenladen auf zwei neue Standorte aus. In San Antonio und Miami entstehen nun zwei Hear Music Coffeehouses mit umfangreichem CD-Angebot und Brennterminals. Anders als beim Prototyp des kombinierten Coffeeshops mit CD-Geschäft, den Starbucks schon im Frühjahr 2004 im kalifornischen Santa Monica errichtete, konzentrieren sich die beiden neuen Filialen eher auf On-Demand-Ware. Die Kaffeekocher haben die verfügbare Titelauswahl auf 5000 CDs halbiert und dafür den digital vorrätigen Songkatalog in den so genannten Media Bars, Brennkiosken mit EADN-Code-Scannern, auf über eine Mio. Titel mehr als vervierfacht.

Man habe bei seinen eigenen Marktanalysen festgestellt, dass die Kunden lieber weniger CDs und dafür mehr brennbare Titel zur Auswahl haben, erklärte Ken Lombard, als President bei Starbucks für Entertainment zuständig. Die neue Zweigstelle im texanischen San Antonio wird bei der Eröffnung am heutigen 19. Dezember gleich mit 35 solcher CD-on-Demand-Stationen ausgestattet sein. Die Filiale in Miami South Beach soll Anfang 2006 mit 33 Media Bars eröffnen. Dabei bleibt das Musikangebot bei Starbucks nicht gerade ein Schnäppchen. Während der Durchschnittspreis für Alben in den USA bei unter 13 Dollar liegt, kosten CDs bei Starbucks in der Regel um die 18 Dollar. Selbstgebrannte Ware belastet die Kaffeehausrechnung für die ersten sieben Songs mit 8,99 Dollar, jeder weitere Titel kostet 99 Cents.

Starbucks verkauft zwar in fast allen amerikanischen Niederlassungen eine eng begrenzte Auswahl an CDs, doch das Konzept Hear Music Coffeehouse, das vor geraumer Zeit als großes Zukunftsprojekt angepriesen wurde, kam zuletzt doch arg ins Stocken. Dem Vernehmen nach, weil Starbucks schlicht zu wenig Geld mit den Brennkiosken verdient. Bislang gab es die Media Bars nur in den Städten Seattle und Austin, der Starbucks in Santa Monica war zudem der einzige mit umfangreichen CD-Angebot.

Doch die Kaffeebrauer bleiben bei ihrer eigenen Sprachregelung: „Starbucks hat die Wettbewerbsregeln für die Musikindustrie verändert“, so Chairman Howard Schultz. Im physischen Geschäft mag das durchaus zutreffen. Nicht nur vom Ray-Charles-Album „Genius Loves Company“ setzte Starbucks mit rund 800.000 Exemplaren eine enorm große Stückzahl ab, auch das Engagement für Newcomer scheint sich zu lohnen: „From The Ground Up“, ein Album der vorher nur Insidern bekannten Band Antigone Rising, setzte während des viermonatigen Exklusivverkaufs bei Starbucks gut 94.000 Einheiten ab. Insgesamt wurden seit der Veröffentlichung im April knapp 123.000 Kopien verkauft.

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