Das Musikgeschäft läuft für die Kaffeehauskette Starbucks angeblich nicht so gut wie erwartet. Beobachter fürchten, dass sich das Unternehmen mit seinen Brennkiosken auf einem Holzweg befindet. Zudem soll der Gewinn aus den CD-Verkäufen kaum messbar sein. Trotz der hohen Verkaufszahlen von Titeln wie „Genius Loves Company“ von Ray Charles verdiene Starbucks zu wenig am Musikverkauf, schreibt die „Business Week“.
Schlimmer noch stehe es um die mit großem PR-Brimborium lancierten Media Bars: Die Brennkioske mit einer gut 150.000 Titel umfassenden Datenbank werden von der Kundschaft nur schleppend angenommen. Das mag unter anderem an den Preisen liegen: Die Nutzung der Media Bar kostet pauschal zwei Dollar, die ersten sieben Songs auf der gebrannten CD schlagen mit 8,99 Dollar zu Buche, jeder weitere Titel kostet 99 Cents. Eine Wunschkopplung mit einem Dutzend Songs kostet also knapp 16 Dollar zuzüglich Mehrwertsteuer, während man bei iTunes dieselbe Anzahl an Songs für 11,88 Dollar bekommt.
Bislang stehen die Systeme nur in 45 Filialen, doch das Unternehmen plant einen Rollout in mindestens zwei Drittel der über 4400 US-Niederlassungen. Doch in Zeiten von iPod und anderen Playern scheint ein Kiosksystem, das ausschließlich zum Brennen von CDs geeignet ist, wenig ansprechend. Bislang plant Starbucks indes keine weiteren Investitionen, um die Media Bars für den MP3- oder Klingeltonverkauf aufzurüsten. Expertenschätzungen zufolge tragen die Media Bars ohnehin kaum etwas zum Gesamtgeschäft von Starbucks bei: Maximal 120 Mio. Dollar jährlich sollen die Brennautomaten einbringen, das sind nur rund drei Prozent des US-Gesamtumsatzes von 4,5 Mrd. Dollar.
Um rentabel zu arbeiten, müssen die Kioske zudem pro Jahr jeweils 1600 Rohlinge brennen. Kleiner Lichtblick für die Kaffeekocher: Das Projekt Newcomer-Förderung scheint zunächst erfolgreich zu sein. Von der CD „From The Ground Up“ der weitgehend unbekannten Band Antigone Rising konnte Starbucks in den ersten drei Wochen nach VÖ 35.000 Einheiten verkaufen.






