Mit Razzien bei vier Klingeltonanbietern hat die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft Ermittlungen wegen Abrechnungsbetrug und fortgesetzter gewerblicher Urheberrechtsverletzung eingeleitet.Ins Visier der Staatsanwaltschaft gerieten die Firmen Logoland, Net Mobile, Logoplanet und ein kleinerer Anbieter aus Krefeld. Bei den Durchsuchungen der Firmensitze beschlagnahmten die Beamten zahlreiche Akten und Datenbestände. Wie musikwoche aus Branchenkreisen erfuhr, hätten verschiedene Firmen den Rechteinhabern gegenüber einen Endpreis von 1,99 verrechnet, in Wirklichkeit beim Geschäft mit den Kunden, die Klingeltöne für ihr Mobiltelefon geordert hätten, jedoch zweimal diesen Betrag eingefordert. Denn für eine Bestellung eines Ringtones seien zwei SMS erforderlich gewesen, wie Stichproben ergeben hätten. „Weil die Anbieter nur eine Hälfte der Beträge offiziell abgerechnet haben, ist die andere Hälfte an den Rechteinhabern vorbei geschleust worden“, erklärte ein Rechtsanwalt. Dabei ginge es um Beträge in Millionenhöhe. Bei der Beweisaufnahme gegen die betroffenen Firmen kam auch heraus, dass einige Anbieter offenbar mit Scheinfirmen operiert und manche Klingeltondienste mit SMS-Nummern abgerechnet hätten, die bei den jeweiligen Providern als Erotik- und Chat-Dienste gelistet sind. Besondere brisant sind dabei die Vorwürfe gegen Net Mobile, der als Lizenpartner von Warner, BMG und Sony im Geschäft mit den Ringtones tätig ist.
Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Klingeltonanbieter
Mit Razzien bei vier Klingeltonanbietern hat die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft Ermittlungen wegen Abrechnungsbetrug und fortgesetzter gewerblicher Urheberrechtsverletzung eingeleitet.





