Zur Musikauswahl bei Suptnik:
„Wir wollen bei Sputnik Musik spielen, die wir für gut befinden und damit den Leuten neue Themen eröffnen, die sie noch nicht kennen. Ein Beispiel dafür ist Black Music. Wenn wir da nur nach den Test-Ergebnissen gehen würden, könnten wir sie nicht spielen, weil sie hier in Ostdeutschland nicht so stark läuft. Dennoch bin ich überzeugt, dass man den Leuten bestimmte Angebote machen muss. Deswegen ist das Black-Segment im Radio-Mix wie auch auf unserer Internet-Plattform gleichberechtigt mit Rock und Club vertreten.“
„Trotz dieser speziellen Ausrichtung wollen wir als Musikprogramm akzeptiert werden und dürfen nicht unter eine bestimmte Quote fallen. Und da liegen wir mit bis zu neun Prozent bei Sputnik sehr gut. Mit dem Erfolg von Eins Live kann und darf man das nicht vergleichen, da Eins Live in seinem Gebiet ohne Konkurrenz sendet.“
„Es ist wichtig, dass es Sender gibt wie Sputnik, die bestimmten Themen abseits des Mainstreams überhaupt eine Chance geben. Das verstehen wir unter unserem Slogan ‚Back To The Music‘, der auch eine Rückbesinnung des Radios auf das bedeutet, was es groß gemacht hat: die Musik.“
Zur Förderung von Newcomern:
„Seit den ‚Big Brother/Superstar‘-Formaten wissen wir, dass es darauf ankommt, Musik bekannt zu machen, um sie auch erfolgreich zu machen. Nur wird diese Media-Leistung in Zukunft nicht mehr bezahlbar sein.“
„Mein Vorwurf an die Musikindustrie geht dahin, dass sie über Jahre hinweg das Radio vernachlässigen, indem sie nur auf Fernsehen setzen. Deswegen richten wir unseren Slogan ‚Back To The Music‘ auch als Imperativ an die Musikindustrie. Denn wer hat die Musik groß gemacht? Das waren die Radios, die aus Garagenfirmen Majors gemacht haben. Das haben die Firmen vergessen, weil sie denken, sie können mit ein bisschen Viva und MTV den Markt beherrschen. Das funktioniert aber nicht, denn es sind die Radios, die tagtäglich die Musik in die Ohren der Zuhörer bringen. Zudem baut die Musikindustrie die Radiopromoter ab oder schickt zum teil völlig unqualifizierte Mitarbeiter. Die Industrie hat in meinen Augen das Radio aufgegeben.“
„Allerdings geht die Musikindustrie allmählich auch auf Kooperationsformen mit dem Radio ein. Denn wer heutzutage Musik nach vorn bringen will, kann dies nur über eine enge Zusammenarbeit von Industrie und Medienpartnern schaffen.“
„Dass auch auf der Radioseite einiges im Argen liegt, bestreite ich gar nicht. In vielen Radiostationen spielen ehemalige Sparkassenangestellte den Programmchef, der sich dann auf irgendwelche Berater verlässt.“
„Mit der ‚Jump Arena 2003‘ bauen wir eine Newcomer-Plattform auf. So planen wir eine Tour mit Newcomern durch unser Sendegebiet, um daraus eine Geschichte zu machen, die alle beteiligten Künstler dann auf diesem Umweg auch ins Radio bringt. Warum sollten wir einen unbekannte Interpretin spielen, die auf einer Liste mit Alanis Morissette steht? Aber sobald sie an der Jump-Arena teilnimmt, wird sie ein Jump-Star und wir können über sie berichten.“
Zur Lage der Frequenzen im Sendegebiet des MDR:
„Sputnik ist in Sachsen-Anhalt seit einiger Zeit auf UKW verbreitet. Da wir anfangs keine Frequenzen hatten, haben wir sehr schnell auf das Internet gesetzt, in dem wir kontinuierlich unsere Marke aufgebaut und verstärkt haben. Das ist uns scheinbar auch gelungen, denn wir haben allein im Netz ca. 300.000 Hörer pro Monat in unseren Channels. Das liegt an der sehr guten Qualität unseres Streams und des Musikangebotes. Trotzdem ist es bedauerlich, dass wir für Sputnik in den anderen Vertragsländern des Mitteldeutschen Rundfunks terrestrisch nicht zu empfangen sind. Bis heute gibt es in Sachsen und Thüringen nicht das Bestreben, uns Frequenzen zuzuteilen. Dabei bekommen wir selbst aus Berlin, wo wir noch im Kabel sind, fast täglich extrem gute Resonanzen.“
Zu den Quotenforderungen:
„Egal ob die Quotenreglung für deutschsprachige Künstler oder Newcomer gelten soll – darüber kann ich gar nicht diskutieren. Dieses irrwitzige Gerede von einer Quote oder Reglementierung muss weg, weil es nicht ein Problem löst. Denn Radio hat eigene Gesetze und innerhalb dieser Gesetze kann man natürlich ein besseres Radio machen. Es ist aber völlig unmöglich, die Anzahl von neuen Titeln willkürlich festzulegen, da der Bekanntheitsgrad der Musiktitel ausschlaggebend ist. Mehr als drei bis vier neue Songs pro Woche können oft nicht untergebracht werden, wenn die Mehrheit der Hörer nicht verschreckt werden soll. Meine Antwort auf diese Debatte lautet immer wieder: Kooperationen. Man kann sich mit der Industrie auf bestimmte Themen einigen, um diese bekannt zu machen.“





