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Spotify reagiert auf Vorwürfe zu diskriminierenden Inhalten

H.A.N.S., ein Chatbot zum Melden von diskriminierenden Inhalten auf Spotify, will innerhalb von drei Monaten über 5000 Meldungen erhalten haben. Über 50 Prozent dieser Inhalte bezeichnet Laut gegen Nazis e.V., der Verein hinter dem Projekt, gar als faschistisch. Der Streamingdienst reagiert nun mit einem Statement.

Spotify nimmt inhaltliche Bedenken sehr ernst. Wir setzen eine Reihe von algorithmischen und menschlichen Maßnahmen zur Erkennung ein, um sicherzustellen, dass alle Inhalte mit den Regeln unserer Plattform übereinstimmen“, heißt es offiziell von Spotify. „Unser internes Expertenteam überprüft regelmäßig verletzende Inhalte auf unserer Plattform und geht dagegen vor. Seit dem 1. Januar 2022 haben wir weltweit mehr als 12.000 Podcast-Episoden, 19.000 Wiedergabelisten, 160 Musiktitel und fast 20 Alben wegen Verstößen gegen unsere Richtlinien für Hass-Inhalte entfernt. Wir sind uns darüber im Klaren, dass es trotz unserer kontinuierlichen Innovationen und Investitionen in die Moderation immer noch mehr zu tun gibt.“

Der Hamburger Verein Laut gegen Nazis, der sich 2004 unter Leitung von Jörn Menge formierte und der unter anderen von den Musikern Sebastian Krumbiegel und Smudo unterstützt wird, führte H.A.N.S. (Hateful Audio Notification Service) vor drei Monaten ein. Der prominenteste Titel unter den gemeldeten Songs soll bis dato knapp 430 Millionen Streams verbucht haben und sei in den Augen der Initiator:innen „ganz klar frauenfeindlich“.

Spotify bietet aktuell über 100 Millionen Songs und mehr als fünf Millionen Podcasts an. Aus diesem Katalog würden rund fünf Meldungen pro Tag bei der Meldestelle eingehen. Nur 4,5 Prozent der bekannt gemachten Verstöße sollen nach Angaben von Laut gegen Nazis bisher von der schwedischen Audioplattform entfernt worden sein.

Spotify verweist neben seinem Statement auf seine eigenen Meldetools, die via https://support.spotify.com/de/article/report-content/ und https://support.spotify.com/de/content-policy-reporting/ erreichbar sind.