Die New Yorker Staatsanwaltschaft hat sich im Payola-Fall mit einem weiteren Radiokonzern auf eine außergerichtliche Lösung geeinigt. Entercom Communications zahlt insgesamt 4,25 Millionen Dollar (3,24 Millionen Euro) an die Behörde von Generalstaatsanwalt Eliot Spitzer.
3,5 Millionen Dollar der Vergleichssumme fließen, wie auch schon bei den vorausgegangenen Einigungen, in einen von der Organisation Rockefeller Philanthropy Advisors verwalteten Fonds. Mit dem Geld sollen musikalische Bildung sowie zeitgenössische Musik aller Stilrichtungen in Non-Profit-Projekten gefördert werden. Weitere 750.000 Dollar gehen in die Staatskasse. Außerdem erklärte sich Entercom bereit, unternehmensweite Reformen im Umgang mit Promotionaktionen von Plattenlabeln durchzuführen.
Spitzer hatte im März 2006 Klage gegen Entercom eingereicht. Die Radiokette, die 105 Sender in den USA betreibt, soll laut Spitzers Büro Geld- und Sachleistungen entgegengenommen haben, um Songs der Plattenfirmen den gewünschten Platz im Programm zu verschaffen. Durch den systematischen Verkauf von Airplay in den Nachtstunden habe Entercom Plattenlabels außerdem die Möglichkeit geboten, Einfluss auf die Radiocharts zu nehmen.
Im Zuge der bereits mehr als zwei Jahre währenden Payola-Ermittlungen drängte Staatsanwalt Spitzer mit Sony BMG, Warner, Universal und EMI bereits alle vier Musik-Majors zu außergerichtlichen Millionenzahlungen. Entercom ist nach CBS Radio der zweite Radiokonzern, der in einen Vergleich einwilligt.






