Im August war das Medienecho auf die geplante werbefinanzierte Musikplattform SpiralFrog noch enorm. Fünf Monate später steht die Zukunft der Firma in den Sternen. Wie erst jetzt bekannt wurde, kam es im Vorstand kurz nach Weihnachten zum Streit, die wichtigsten Manager sind nun gekündigt.
Medienberichten zufolge fielen dem Eklat bei einer Vorstandssitzung am ersten Weihnachtsfeiertag mindestens 15 führende Mitarbeiter zum Opfer. Bei dem Treffen soll es dem Vernehmen nach zu einer hitzigen Auseinandersetzung zwischen CEO Robin Kent und Chairman Joe Mohen über strategische Fragen und den Führungsstil Kents gekommen sein, an deren Ende eine Abstimmung über die zukünftige Marschrichtung von SpiralFrog stand. Ergebnis: CEO Kent ist gefeuert.
Mit ihm gingen angeblich mindestens fünf weitere Vorstandsmitglieder, darunter auch Jay Berman – einst Chef der RIAA und der IFPI – und Richard Rowe, der früher Europachef bei Sony/ATV Music Publishing war. Darüber hinaus sollen mindestens acht weitere leitende Mitarbeiter das Unternehmen verlassen haben, darunter der Finanzchef und der Marketingleiter.
Die tatsächlichen Hintergründe des Streits sind unklar, es heißt aber, dass Firmengründer Mohen mit dem Managementstil Kents äußerst unzufrieden gewesen sein soll. Zur Eskalation könnte auch die angespannte finanzielle Situation bei SpiralFrog beigetragen haben. Mithilfe zweier Londoner Investmentbanken hatten sich Mohen und Kent ursprünglich rund zehn Millionen Dollar Startkapital für ihr Projekt gesichert. Im August bekannte sich dann Universal Music mit Lizenzen zur werbefinanzierten Musikplattform. Kurz darauf zog auch EMI Music Publishing nach.
Weitere nennenswerte Contentdeals konnte SpiralFrog bisher allerdings nicht vorweisen. Der Start des Angebots war bereits für Dezember geplant. Insider wollen erfahren haben, dass Mohen nun selbst das Tagesgeschäft leitet und die vakanten Stellen neu besetzt hat. Trotz der klaffenden Repertoirelücken sei demnach dennoch ein Start von SpiralFrog im Februar anvisiert.





