Mehr als die Musikmanager zerbrechen sich derzeit offenbar Finanzanalysten den Kopf über die Vor- und Nachteile einer neuen Großfusion. Die Spekulationen über eine mögliche Ehe zwischen EMI und Warner Music reißen deshalb nicht ab. So heißt es unter anderem, dass Edgar Bronfman jr. und seinem Team bei der Warner Music Group (WMG) gar nichts anderes übrig bleibe, als möglichst schnell seine Investitionen zurückzuerlangen. Bronfman hatte mit einer Reihe von Geldgebern im vergangenen Jahr die WMG für rund 2,6 Mrd. Dollar aus dem Time-Warner-Konzern herausgekauft und unterzieht sie derzeit einer radikalen Sanierung. Er werde seine Finanziers zügig zufrieden stellen müssen, heißt es. Thomas H. Lee Partners, Bain Capital und Providence Equity Partners wollen bald ein „return on investment“ sehen. Ein Deal mit EMI sei da ein Szenario, das diese Vorgaben erfüllen kann, meinen die Experten von Bear Steams. Ein Merger würde es jedoch erforderlich machen, dass sich beide Unternehmen von bestimmten Assets trennen, da EMI und WMG vor allem in bestimmten Märkten in Europa zusammen über 30 Prozent Marktanteil hätten, was bei der EU-Kommission in der Regel für eine Blockade sorgt. Andere Analysten wiederum sehen einen Börsengang der WMG als eine mögliche Exit-Strategie der Investoren. „Ich gehe davon aus, dass der Markt noch ein paar Jahre lang aus vier Majors bestehen wird“, meint deshalb Simon Dyson von Informa Media. In den Augen vieler Beobachter ist schon die mögliche Genehmigung des Sony-BMG-Deals zuviel des Guten. Zudem gibt es Stimmen, die behaupten, schiere Größe alleine sei kein Garant für Erfolg im Musikgeschäft. So verfüge EMI über eine wesentlich bessere Gewinnmarge als die größeren Mitbewerber. „Größe ist da nicht so wichtig“, urteilt Analyst Kingsley Wilson von Investec. „Vielmehr geht es um die Qualität der Musik, die veröffentlicht wird.“
Spekulationen über EMI und Warner gehen weiter
Mehr als die Musikmanager zerbrechen sich derzeit offenbar Finanzanalysten den Kopf über die Vor- und Nachteile einer neuen Großfusion. Die Spekulationen über eine mögliche Ehe zwischen EMI und Warner Music reißen deshalb nicht ab.






