Gregor Minnig, Director A&R ZYX Music: Heute haben wir MusikWoche Nr. 18 auf den Tisch bekommen, und hierzu möchte ich einmal Stellung nehmen. Wir sind sicherlich keine „Weicheier“ und stehen der freien Meinungsäußerung in keinster Weise ablehnend gegenüber. Aber das Cover der heutigen Ausgabe kann man nur als ekelhaft und fremdenfeindlich titulieren. Muss man denn heutzutage alles machen, um zu Anzeigenumsätzen zu kommen? Ist nicht mittlerweile eine ständige Verrohung der Gesellschaft, nicht zuletzt durch solche Veröffentlichungen, festzustellen? Warum muss so ein renommiertes Magazin wie MusikWoche solchen Tendenzen Vorschub leisten? Wir bei Zyx Music streichen Titel aus dem Katalog, nur weil in einer Textzeile eines Kinderliedes das Wort „Neger“ vorkommt. Wir lehnen den Vertrieb von Leuten wie DJ Totschläger ab, auch wenn der Besagte noch nicht einmal solch zweifelhaften Mist wie B-Tight von sich gibt. Muss ein Kerl wie B-Tight bei Euch solch ein Forum bekommen? Sind die Anzeigenumsätze wichtiger als die Verantwortung, die man als Printmedium hat? Seid Ihr der Meinung, dass man so den Verkauf von Zeitschriften steigert? Wenn das Eure Politik ist, dann müssen wir uns die Frage stellen, ob ein Abonnement Eurer Zeitschrift noch von unserer Seite tragbar ist. Habt Ihr Euch die Texte der sogenannten „Künstler“ von Aggro oder der Veröffentlichung von Bushido mal durchgelesen? Das strotzt nur so von Frauenfeindlichkeit und Gewalt. Schade, dass es in Eurem Dossier noch nicht mal zu einer kritischen Äußerung zu solchen Veröffentlichungen kommt. Als Vater einer heranwachsenden Tochter kann ich mich momentan nur schwer gegen den Konsum solcher Veröffentlichungen wehren. Wie soll man die Frage beantworten: „Wieso, die stehen doch auch in der ‚Bravo‘ neben den Superstars, das kann doch nicht schlimm sein?“ Jetzt kommt Ihr daher und packt sowas auch noch auf das Cover einer, wie ich dachte, renommierten Fachzeitschrift mit Präsenz in den Regalen des Zeitschriftenhandels. Ich kann dazu nur sagen: Es ist traurig, dass es mittlerweile so weit gekommen ist. Echt schade.
„Spätpubertierende Berliner Volldeppen“ – Titelbildanzeige von Aggro Berlin ruft Protest hervor
Schwerpunktthema in MusikWoche-Heft 18 vom 27. April war ein Dossier über „HipHop in Deutschland“. Dazu schaltete das Label Aggro Berlin auf dem Titel eine Anzeige für „Neger Neger“, das zweite Album des Rappers B-Tight. Das Motiv rief Empörung, Abscheu und Verärgerung hervor. MusikWoche dokumentiert Leserreaktionen.






