Die Fusion von Sony und BMG könnte mehr Einsparungen erzielen als zunächst geplant, verriet CEO Andrew Lack. Statt 350 Mio. Dollar könnten es bis Jahresende sogar mehr als 400 Mio. Dollar werden. Dabei trägt jedoch ein Stellenabbau von fast einem Viertel der weltweiten Belegschaft auf nur noch 6500 Mitarbeiter ihren Teil zur Kostenreduktion bei. Doch sein Unternehmen und die gesamte Branche sollten sich nicht der Illusion hingeben, dass es in nächster Zukunft bereits wieder aufwärts gehen wird, sagte Lack im Rahmen des „Telecoms, Media and Technology“-Gipfels in Paris. Die Erfolge im Geschäft mit Downloads, Klingeltönen und DualDiscs hätten den Abschwung lediglich abgebremst. „Das stillt nur die Blutung des Umsatzverlusts.“ Die Prognosen für den Rest des Jahres und darüber hinaus für 2006 und 2007 seien daher „nicht sonderlich attraktiv“.
Im Jahr 2003 hätten Sony Music und BMG einen zusammengerechneten Umsatz von 4,5 bis 5,0 Mrd. Dollar erwirtschaftet, „so ziemlich das gleiche Niveau werden wir wohl im Jahr 2008 wieder erreichen“. Am meisten Sorgen macht Lack die seiner Ansicht nach falsche Gewichtung beim Personal: „Wir haben zu viele Anwälte und Buchhalter und im Vergleich dazu zu wenig A&R-Leute.“ Von den 6500 Sony-BMG-Mitarbeitern beschäftige sich im Großen und Ganzen nur ein Zehntel mit dem Aufspüren von neuen Künstlern und neuer Musik. „Das ist ein erschreckend niedriger Wert, wenn man bedenkt, was unsere Kernkompetenz ist.“
Die Branche sei auch zu besessen von der Gier nach Marktanteilen: „Bis heute gibt es nämlich noch sehr viel unrentable Marktanteile.“ Bis Ende 2005 soll Sony BMG mit Branchenprimus Universal mithalten können, so Lack. Der Konzernchef gab bei der Konferenz in Paris auch seine Sicht zu einer möglichen Fusion der Mitbewerber EMI und Warner Music ab: „Im Moment ist es doch toll, unabhängig oder kleiner als die großen Majors zu sein. Kleiner heißt meist besser und flinker. Ich glaube nicht, dass EMI und Warner mehr Marktanteil brauchen, um wettbewerbsfähig zu sein.“






