Peter James, Vorstand GermanSounds AG: „Durch den Merger, dem nun vermutlich weitere folgen, werden zunehmend riesige Rechtekataloge in wenigen Händen konzentriert. Infolge des dramatischen Personalabbaus kennen die Majors oft ihre eigenen Archive nicht mehr, entsprechend wird das Repertoire auch nicht aktiv gehandelt. Damit bleibt den Independents weiterhin ein Geschäftsfeld verschlossen, mit dem sie gute Umsätze erzielen könnten. Denn selbst wenn die Konzerne bereit wären, Repertoire auf Nachfrage freizugeben, fehlt es schlicht an Human Resources für das Handling. Somit auch für die Backkataloge schlechte Zeiten für kulturelle Vielfalt, was durch Auflagen im Sinne eines ‚fair use‘ vermeidbar gewesen wäre. Unbestritten hat die Industrie das Recht, sich geordnet in Teilbereichen vom Markt zurückzuziehen. Sich auch in diesem Kontext gegen Industrielobbyisten und die einseitig gebrieften Legislative und Exekutive durchzusetzen, bleibt weiterhin eine große Baustelle für die unabhängige Musikwirtschaft“.
Stephan Benn, VUT-Justiziar: „Die Entscheidung der EU-Kommission ist kaum nachvollziehbar. Die in der IMPALA vereinigten unabhängigen Unternehmen werden die Begründung der Kommission sehr genau lesen und überprüfen, ob Rechtsmittel ergriffen werden sollten. Leider ist die Problematik der vertikalen Konzentration in dem Verfahren nicht hinreichend geprüft worden. Es scheint bedrohlich, dass die Verbindung von kreativen Inhalten zu Technik bei Sony und Medien bei Bertelsmann und RTL so ungehindert realisiert werden kann.“
Othmar Schreckeneder, VUT-Vorstand und Schneeball Records: „Eine Chance. Viele der nationalen Künstler, welche nun freigesetzt werden, werden im Indie-Umfeld eine neue Bleibe finden und weiterhin ihre Kreativität unter Beweis stellen. Sony BMG wird sich aus der internationalen Vermarktung regionaler Künstler zurückziehen. Es werden verstärkt alternative Strukturen entstehen, um dieses Vakuum zu füllen. Right on.“






