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Sony BMG streicht in Berlin 175 Stellen

Sony BMG will 175 Arbeitsplätze in Berlin abbauen. 52 dieser Mitarbeiter sollen Angebote für einen Standortwechsel erhalten. „Damit verlieren rund 120 Kollegen oder rund 50 Prozent der Belegschaft von Sony Music ihren Arbeitsplatz“, erklärte Sandra Thiem als Betriebsratsvorsitzende von Sony Music.

Die deutsche Geschäftsleitung von Sony BMG will 175 Arbeitsplätze in Berlin abbauen. 52 dieser Mitarbeiter sollen Angebote für einen Standortwechsel erhalten. „Damit verlieren rund 120 Kollegen oder rund 50 Prozent der Belegschaft von Sony Music ihren Arbeitsplatz“, erklärte Sandra Thiem als Betriebsratsvorsitzende von Sony Music im Gespräch mit musikwoche. „Wir sprechen hier nicht von einer Fusion, und schon gar nicht von einer Parität“, klagte sie. Bei BMG in München war auf Nachfrage von musikwoche zunächst keine Bestätigung zu bekommen.

Die Pläne der Unternehmensleitung stellte Thiem der Sony-Belegschaft zusammen mit dem Betriebsrat bei einer Mitarbeiterversammlung am 15. Dezember in den Berliner Sony-Räumen vor. Die Stimmung sei danach „mehr als gedrückt“ gewesen, berichtet sie. „Wenn man sieht, dass jeder zweite auf der Strecke bleibt, ist die Stimmung natürlich schlecht – vor allem angesichts der Lage am Berliner Arbeitsmarkt.“

Bei den gut 50 Stellen, die nach den Planungen der Konzernspitze verlegt werden sollen, handele es sich nicht um ganze Abteilungen, sondern lediglich um ein Auffüllen verschiedener Arbeitsbereiche nach den neuen Anforderungen, ergänzte sie. In Berlin soll demnach wie bereits bekannt die internationale Abteilung samt Promotion ihren Sitz haben. Dazu kommen noch Posten mit Schnittstellenfunktion wie etwa im Controlling. Ob diese Mitarbeiter aber im Sony Center am Potsdamer Platz ihren Sitz haben werden, steht offenbar noch nicht fest. Fest steht dagegen, dass das Supersonic-Label von Bochum nach Berlin verlegt wird. Auf Gun oder Subword am Standort Bochum habe dies aber keine Auswirkungen.

Für den Betriebsrat stehen nun Verhandlungen mit dem Unternehmen an: „Jetzt geht es an den Interessensausgleich und in die Sozialplanverhandlungen“, meinte Thiem. Eine erste Runde habe bereits am 14. Dezember stattgefunden, der nächste Gesprächstermin ist für den 30. Dezember geplant.