Michael Pütz sieht die CD weiterhin als das wichtigste Tonträgerformat der Zukunft an. Bedingung dafür sei aber, dass die Plattenfirmen ihre uniforme Produktstrategie ändern.
„Der Markt entwickelt sich immer mehr vom Angebots- zum Nachfragemarkt“, sagt Michael Pütz, Marktforschungsdirektor von Sony BMG im einem Interview mit „Spiegel Online“. „Eine große Bedeutung für die Zukunft hat die Entwicklung von Tonträgerformaten, die vermehrt den Wünschen und Bedürfnissen der Verbraucher entsprechen“, so Pütz weiter. Er plädiert für die Abkehr der Unternehmen vom einfachen Anbieten von Produkten hin zu Variationen und Anpassungen des Angebots. „Gerade ein so beliebtes Produkt wie die CD ist bestens dazu geeignet, je nach Zielgruppe auch in unterschiedlichen Versionen angeboten zu werden. Leider geschieht das bislang nur bei einem Bruchteil der Veröffentlichungen.“
Formate wie Super-Audio-CD oder DVD-Audio seien vom Konsumenten nicht angenommen worden, er setze auch für die Zukunft auf Bewährtes: „Deswegen gehe ich davon aus, dass unser erfolgreichstes physisches Format wohl noch lange ein alter Bekannter sein wird: die Musik-CD.“
Im Kampf gegen illegale Kopien von Tonträgern setzt er auf universal kompatible Kopierschutzsysteme, sowohl bei der CD, als auch mp3s. Pütz merkt aber auch an, dass gerade die Vereinbarkeit der Systeme bisher nicht gelungen sei. Dagegen sei der Kampf gegen Filesharing laut Pütz auf dem richtigen Weg: „Die Anzahl der illegalen Downloads ist in den vergangenen zwei Jahren ja schon auffällig zurückgegangen – zugegebenermaßen aber immer noch auf einem hohen Niveau.“
Aber insgesamt misst der Forscher dem Downloadgeschäft weniger Bedeutung bei als dem traditionellen Verkauf: „Im vergangenen Jahr haben in Deutschland allerdings nur etwa vier Millionen Personen mindestens einen Download im Netz gekauft. Dem stehen knapp 26 Millionen Käufer von physischen Musikprodukten gegenüber.“






