Recorded & Publishing

Sony-BMG-Manager analysiert digitale Zukunftschancen

Sony BMG setzt bei der Suche nach Talenten in Großbritannien künftig auf digitale Wege: Chairman Ged Doherty lässt dazu zwei Demo-Sites errichten. Vom CD-Geschäft erwartet Doherty nicht mehr viel, deshalb peilt er nun Joint Ventures mit den Künstlern an.

Sony BMG setzt bei der Suche nach Talenten in Großbritannien künftig auch auf digitale Wege: Chairman & CEO Ged Doherty lässt dazu zwei Websites errichten, über die interessierte Künstler Demos einreichen können, Columbiademos und RCAdemos. Beide Sites sollen ab Anfang April zugänglich sein. Die Eingänge sollen dann regelmäßig von den Managern des Konzerns begutachtet werden.

Den Künstlern verspricht Doherty auf diesem Wege eine schnellere und ausgewogenere Antwort von einem größeren Kreis als derzeit. Zudem wiederholte der Sony-BMG-Manager im Gespräch mit der „Times“ seine kritische Sicht der Zukunft des physischen Geschäfts: „Digitale Verkäufe werden die Einbrüche im physischen Geschäft nicht auffangen können. Bis 2010 werden die Einnahmen aus dem CD-Geschäft aber um 50 Prozent sinken. Die alte Welt ist damit Vergangenheit.“

Deshalb sei es für die Plattenfirmen nötig, neue Umsatzquellen in den Bereichen Live-Entertainment und Merchandising zu erschließen. Das werde sich auch in einer neuen Art von Künstlervertrag zwischen Act und Label niederschlagen: „Ich bin bereit, den Künstlern einen größeren Anteil an unseren Einnahmen abzutreten wenn sie im Gegenzug auch uns an ihren Einnahmen beteiligen“, sagte Doherty. Er strebe eine Art Joint Venture zwischen Plattenfirma und Künstler an: Sony BMG habe gerade seinen ersten 50-50-Vertrag dieser Art unterzeichnet. Einen Namen nannte Doherty in diesem Zusammenhang allerdings nicht.

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