Recorded & Publishing

Sony BMG leidet unter Marktentwicklung

Fast alle Unternehmensbereiche der Bertelsmann AG verbesserten im Jahr 2006 ihr Ergebnis im Vergleich zum Vorjahr – mit Ausnahme der Musik. Der Geschäftsverlauf spiegele die Entwicklung in diesem Bereich wider, hieß es. Eine Trennung vom Musikgeschäft steht aber offenbar nicht bevor.

Fast alle Unternehmensbereiche der Bertelsmann AG verbesserten im Jahr 2006 ihr Ergebnis im Vergleich zum Vorjahr – mit Ausnahme des Musikgeschäfts. Die Sparte BMG verzeichnete geringere Umsätze und operative Erträge als noch 2005. In diesem Unternehmensbereich fasst der Medienkonzern seine 50-prozentige Beteiligung am Joint Venture Sony BMG Music Entertainment und das im September 2006 für 1,63 Milliarden Euro an Vivendi verkaufte und zum Jahresende entkonsolidierte Verlagsgeschäft BMG Music Publishing zusammen.

Der Umsatz von BMG verringerte sich von 2,1 Milliarden Euro im Vorjahr um 5,2 Prozent auf zwei Milliarden Euro, das Operating Ebit ging von 177 Millionen Euro im Vorjahr um 2,3 Prozent auf 173 Millionen Euro zurück. Der Ergebnisrückgang sei „allein auf das Tonträgergeschäft zurückzuführen“, ließ Bertelsmann-Konzernchef Gunter Thielen bei der Bekanntgabe der Jahresbilanz am 21. März in Berlin wissen. „Die positive Entwicklung bei BMG Music Publishing und hohe Kostensenkungen aus der Restrukturierung von Sony BMG konnten die Margenverluste aus dem geringeren Produktabsatz aber nur teilweise ausgleichen“, hieß es. Dennoch steigerte die Sparte ihre Umsatzrendite im Jahresvergleich von 8,3 auf 8,6 Prozent.

Dieser Geschäftsverlauf spiegele die Marktentwicklung wider, betonte Thielen. Das weltweite Minus des Musikmarkts von fünf bis sechs Prozent habe sich bei leichten Marktanteilsgewinnen auch bei Sony BMG niedergeschlagen.

Positive Signale sendete dagegen das digitale Musikgeschäft: Der Umsatzanteil digitaler Formate sei von sieben auf zwölf Prozent gewachsen, Sony BMG habe den Absatz von Downloads über Online- und Mobilplattformen gesteigert und zugleich die Vermarktung von Videoinhalten etabliert.

„Im Musikgeschäft sind langer unternehmerischer Atem und Kreativität gefragt“, sagte Bertelsmann-Finanzchef Thomas Rabe. „Seien Sie gewiss: Wir haben beides“, trat er zugleich Spekulationen entgegen, der Konzern könne sich zur weiteren Konsolidierung vollständig vom Musikgeschäft trennen. Sony BMG habe sein „kreatives Momentum“ wiedergewonnen, was allein 36 Grammies zeigten, das Online- und Mobilgeschäft wurde ausgebaut. Auf Herausforderungen wie den weiteren Rückgang des CD-Verkaufs und die grassierende Produktpiraterie will man nun mit der Sicherung umfangreicher Künstlerrechte und der weiteren Forcierung des Digitalgeschäfts antworten.

„So wie das Musikgeschäft heute aufgestellt ist, ist es in seinem Bestand gefährdet“, mahnte Thielen. Er sehe aber eine wachsende Bereitschaft der Musikwirtschaft, neue Geschäftsmodelle für den weiterhin großen Bedarf an Musik zu entwickeln.

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