Recorded & Publishing

Sony BMG kauft sich für zehn Mio. Dollar frei

Die Ermittlungen des New Yorker Generalstaatsanwalts Eliot Spitzer im Zusammenhang mit dem Payola-Verdacht in der US-Musikbranche zeigen Wirkung: Als erster Major wird Sony BMG voraussichtlich zehn Mio. Dollar Strafe zahlen, um die Vorwürfe außergerichtlich zu regeln.

Die Ermittlungen des New Yorker Generalstaatsanwalts Eliot Spitzer im Zusammenhang mit dem Payola-Verdacht in der US-Musikbranche zeigen erste Wirkung: Mehrere große amerikanische Tageszeitungen berichteten am Wochenende, Sony BMG werde sich als erster Musikmajor außergerichtlich mit den New Yorker Behörden einigen, um eine Klage abzuwenden. Angeblich wird das Unternehmen deshalb eine Strafe von möglicherweise mehr als zehn Mio. Dollar zahlen. Der Vergleich soll noch im Lauf des heutigen 25. Juli öffentlich bekannt gegeben werden, heißt es aus New York.

Sony BMG werde sich schuldig bekennen und Fehlverhalten im Bereich Radiopromotion einräumen, erklärten ungenannte Quellen, die in den Prozess involviert sind. Zudem werde das Unternehmen sich verpflichten, seine Geschäftspraktiken in diesem Bereich zu ändern und künftig auf die Zusammenarbeit mit freien Radiopromotern zu verzichten. Die exakten Konditionen dieses außergerichtlichen Vergleichs werden jedoch noch bis in letzter Minute verhandelt, so die Insider. Daher sei es durchaus auch möglich, dass der Deal mit der Justiz kurz vor Abschluss noch platzt.

Eliot Spitzer hatte seit elf Monaten untersucht, inwieweit Musikunternehmen mithilfe von Mittelsmännern Einfluss auf die Platzierung von Songs im Radio nehmen. In den USA ist es Sendern nach früheren Payola-Fällen nicht gestattet, im Gegenzug für finanzielle Leistungen Songs in ihr Programm aufzunehmen, ohne dies den Hörern explizit mitzuteilen. Angeblich ist es jedoch noch immer gängige Praxis, dass unabhängige Promoter die Sender für das Überlassen von Playlisten bezahlen.

Die Promoter selbst würden dann von den Labels für neue Songs der Unternehmen auf diesen Listen belohnt. Sollte es tatsächlich zu dem Vergleich in Millionenhöhe kommen, könnte er als Vorlage zu den noch laufenden Ermittlungen gegen EMI, Universal und Warner Music dienen.

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