Vor rund zwei Jahren galt Podcasting als vielversprechende Alternative zum Radio. Doch weil außer einigen Indielabels nur wenige Plattenfirmen ihr Repertoire für das neue Medienformat freigaben, kamen Podcasts bislang nicht so recht aus den Startblöcken. Das soll sich nun bald ändern.
Den Eisbrecher in Lizenzierungsfragen gibt derzeit Sony BMG. In Kooperation mit der kalifornischen Firma Rock River Communications hat der Major nun seine Kataloge für eine Verwendung in Podcasts geöffnet. Bereits seit einiger Zeit stellt Rock River als Dienstleister im Auftrag diverser US-Markenartikler wie Gap, Pottery Barn oder Williams-Sonoma Sonderauflagen von Exklusiv-CDs her und produziert nun Promotion-Podcasts für Automobilkonzerne wie DaimlerChrysler oder Ford.
Das Format „Chrysler Music Legends“ hat inzwischen eine Handvoll rund halbstündiger Sendungen hervorgebracht, in denen bislang Musik von Johnny Cash, Miles Davis, Journey, Gloria Estefan oder Tony Bennett vorgestellt wurde. Alle vier Wochen soll ein weiterer Act aus dem Sony-BMG-Künstlerstamm hinzukommen. Vergütet wird die Nutzung der Titel mit einer einmaligen Lizenzpauschale, deren Höhe nicht bekannt ist und die unabhängig von der Popularität – also der Anzahl der Downloads – der jeweiligen Podcasts entrichtet wird. Unterbrochen werden die Songs dabei von 30-sekündigen Chrysler-Werbespots.
Bis Ende Januar soll dann auch die Ford-Variante dieses Konzepts umgesetzt sein. Bis dahin hofft Rock River auch auf Lizenzen anderer Majors. Diese hatten sich in der Vergangenheit mit der Freigabe ihrer Titel schwergetan, weil sie fürchteten, dass die im ungeschützten MP3-Format erstellten Podcasts in einzelne Songs zerstückelt und illegal im Internet verbreitet werden könnten.
Am MP3-Format hat sich unterdessen zwar nichts geändert, doch Rock River gestaltet die Podcasts interaktiv, sodass Hörer über Links auf Onlineangebote des jeweiligen Künstlers oder auf die der Sponsoren zugreifen können.





