Nachdem sich das Spitzenmanagement bei Sony BMG noch im November eher skeptisch zur Weiterführung des Dreistufenpreismodells bei CD-Alben geäußert hatte, will man nun die Preisoffensive sogar noch weiter ausbauen. Ab April sollen bereits veröffentlichte Titel nachträglich in verschiedenen Versionen im Regal stehen. Dann wird Sony BMG auch die aktuellen Longplayer von Anastacia, Silbermond, Peter Maffay, Yvonne Catterfeld und Annett Louisan je nach Ausstattung für 9,99, 12,99 und 16,99 Euro anbieten.
Auch CDs von internationalen Stars wie Destiny’s Child oder Usher sollen Teil der ausgedehnten Preisoffensive werden. Noch vor vier Monaten meldete Maarten Steinkamp, Europachef von Sony BMG, Bedenken an: Wenn man der einzige Major mit Dreistufenplan bliebe, sei das Vorgehen zu überdenken. Inzwischen bekannten sich auch Universal und edel music zur Preisabstufung, und COO Rolf Gilbert bekräftigte gegenüber dem „Spiegel“: „Wir werten die Aktion eindeutig als Erfolg.“ Die Alben, die in dreierlei Konfigurationen veröffentlicht wurden, seien profitabler als ihre Vorgängeralben gewesen. So habe man bei der CD von Within Temptation vor allem die teure Variante verkaufen können – 40 Prozent griffen zur 16,99-Euro-Variante.
Beim 2raumwohnung-Album wollten 22 Prozent der Fans die Luxus-Ausgabe und 43 Prozent die Billigversion. „Es ist spannend zu sehen, dass viele Kunden auch bereit sind, eine deutlich teurere CD zu kaufen, solange sie gut ausgestattet ist“, so Gilbert. Skeptisch bleiben jedoch weiterhin die Mitbewerber EMI und Warner Music. „Wenn wir nicht aufpassen, denken die Leute bald, Musik wäre nicht mehr viel wert – das Gegenteil ist aber der Fall“, gibt EMI-Chef Niel van Hoff zu Bedenken.






