Die US-Zentrale von Sony BMG hat ihre Klassikabteilung auf ein Mindestmaß zurückgestutzt. Vom Aderlass in New York betroffen ist fast die gesamte Führungsriege von Sony BMG Masterworks. Zu den Abgängen zählen unter anderem President Gilbert Hetherwick, Debbi Surdi, Vice President Classical A&R, Michelle Errante, Vice President Produktmanagement, sowie die Vice Presidents für Katalogentwicklung und Soundtracks/Broadway, Warren Wernick und Paul Cremo.
Die Klassik wird bei Sony BMG künftig nur noch als Teil der vor allem für Katalogvermarktung zuständigen Commercial Marketing Group weitergeführt. Die Leitung dieser stark geschrumpften Abteilung übernehmen Alex Miller als Senior Vice President Marketing und David Lai als Senior Vice President A&R. Mit dieser „verschlankten Struktur“ reagiere man auf „die neuen Realitäten“ des Marktes, ließ der Major wissen. Masterworks wurde bereits im Juli organisatorisch der Commercial Marketing Group zugeordnet.
Mit dem Personalabbau und der Umstrukturierung zollt Sony BMG nun offenbar der gewandelten Handelslandschaft in den Vereinigten Staaten Tribut. Speziell die Pleite von Tower Records bedeutet einen herben Rückschlag für Spezialistenrepertoire. Man werde seinen Fokus künftig verstärkt in Richtung digitales Handelsmarketing verlegen, kündigte das Unternehmen an. Beobachter vermuten hinter den hochrangigen Kündigungen auch ein Scheitern der inhaltlichen Marschrichtung Hetherwicks, der seit knapp zwei Jahren die Abkehr von Crossover-Produkten hin zu mehr Core-Klassik predigte.
Der Manager hatte die Leitung der Klassiksparte bei Sony BMG im Januar 2005 übernommen. Chef der Commercial Marketing Group ist John Ingrassia, zu Sony BMG Masterworks zählen Labels wie RCA Red Seal, Sony Classical, Deutsche Harmonia Mundi, Columbia Masterworks, BMG Classics oder Arte Nova. Welche Auswirkungen die Umbaumaßnahmen auf die Music Division: Classical in Berlin haben wird, ist derzeit unklar.






