Die US-Branche hat ein Klatschthema mehr für das bevorstehende Grammy-Wochenende: Wird Rick Rubin bei Sony BMG anheuern? Die Produzentenlegende soll angeblich einen Top-Kreativjob bei Columbia übernehmen.
Dem Vernehmen nach geht es um die Position eines Co-Chairman neben Steve Barnett, dessen derzeitiger Aufgabenbereich unter Umständen auf mehr übergreifende Marketing- und Administrationsbereiche ausgedehnt werden könnte. Rob Stringer, Leiter der Sony Music Label Group U.S., soll in fortgeschrittenen Verhandlungen mit Rubin stehen, berichten führende US-Medien.
Der Produzent und Labelinhaber soll demnach bei Columbia ein „Kreativguru“ werden, der für die Verpflichtung von neuen Künstlern, A&R- und Marketingfragen sowie ein allgemein musikerfreundliches Klima zuständig sein wird. Das wäre das erste Mal, dass Rubin einen Managementposten bei einem Major übernehmen würde.
Einziges Hindernis für die Zusammenarbeit könnte jedoch Warner Music sein. Rubins Label American Recordings wird derzeit als Joint Venture mit Warner Bros. Records geführt und die Veröffentlichungen weltweit von Warner vertrieben. Angeblich ist der Vertrag noch drei Jahre lang gültig. Es heißt, aus diesem Grund habe Rubin sich ausbedungen, dass er auch als Co-Chairman bei Sony weiterhin als Produzent für sein eigenes Label und für Warner-Künstler arbeiten darf. Laut der „New York Times“ soll man bei Warner mit dieser Bedingung einverstanden sein, würde ein plötzliches Ende Rubins Produzententätigkeit nämlich die gerade entstehenden neuen Alben von Metallica und Linkin Park gefährden. Die „New York Post“ will sogar erfahren haben, dass Rubin bereits vor einem Monat seinen Vertrag bei Sony Music unterschrieben hat und nicht nur für Columbia, sondern auch für Epic tätig werden soll.
Die Nachfrage nach Rubin scheint nachvollziehbar: Bei den Grammys am 11. Februar konkurriert er um die Auszeichnung als Produzent des Jahres. An drei der Platten, die sich Hoffnungen auf das „Album des Jahres“ machen, wirkte Rubin mit: „Taking The Long Way“ von den Dixie Chicks, „Stadium Arcadium“ von den Red Hot Chili Peppers und Justin Timberlakes „FutureSex/LoveSounds“.
Zwischen 1998 und 2001 arbeiteten Columbia und Rubin schon einmal zusammen – als Vertriebs- und Marketingpartner von American Recordings. Der Starproduzent hatte 1980 zusammen mit Russell Simmons das HipHop-Label Def Jam gegründet, zog sich aber acht Jahre später aus dem Unternehmen zurück. Er gilt als einer der wegweisenden Produzenten des letzten Vierteljahrhunderts. Auf sein Konto gehen unter anderem Alben von Public Enemy, Limp Bizkit, Johnny Cash, Slipknot, System of a Down, Jay-Z, Neil Diamond, Shakira, Beastie Boys und Audioslave.






