Recorded & Publishing

Silbermond – Vier Sachsen unterm Glücksstern

Mit „Verschwende deine Zeit“ (Ariola/BMG) präsentiert das junge, aus Sachsen stammende Quartett Silbermond ein bemerkenswertes Debütalbum. Zu- und Glücksfälle waren den Musikern dabei behilflich.

Wie so oft: Die schönsten Geschichten schreibt das Leben selbst. So verhalf auch der Zufall der Newcomerband Silbermond zu einem Plattendeal. Denn nicht etwa der aufwändige und selbst organisierte Showcase in Berlin im Vorjahr führte zum erhofften Vertrag der Bautzener, sondern ein eher kleines Heimspiel in der ostdeutschen Provinz pushte die Karriere. Das sah nämlich zufällig auch eine ehemalige Mitarbeiterin aus der BMG-Rechtsabteilung in München. Die paragraphenfeste Talentspürnase stammt ebenfalls aus Bautzen, besuchte sogar die gleiche Schule wie Schlagzeuger Andreas Nowak und stellte deshalb gern den Kontakt mit BMG-A&R Joachim Braun her. Der ließ sich bei mehreren Konzertbesuchen vom musikalischen Potenzial der jungen Band – das Durchschnittsalter beträgt 20 Jahre – recht schnell überzeugen. Mit dem Debütalbum „Verschwende deine Zeit“, das am 12. Juli erscheint, und den bereits in den Charts platzierten Singles „Mach’s dir selbst“ und „Durch die Nacht“ sind jetzt die ersten Früchte dieser Zufallsbekanntschaft zu bestaunen: Eine frische, vielversprechende Mischung aus Punk, Pop und Rock, die nicht selten an eine deutschsprachige Ausgabe von Avril Lavigne erinnert.

Obwohl das Vierergespann nahezu alle Songs selbst verfasste, steuerte zur ersten Single-Auskopplung „Machs dir selbst“ ausgerechnet eine Rocklegende die Musik bei: Paul Stanley, Sänger und Gitarrist von Kiss. Man ahnt es – auch dies passierte rein zufällig, wie Gitarrist Thomas Stolle erzählt: „Das Demo von Stanley lag einfach so im Studio herum. Irgendwann haben wir uns den Titel mal angehört und waren begeistert. Aus dem ursprünglichen englischen Text hat Stefanie spontan den Refrain gemacht. Wir fanden das alle so klasse, dass wir den Song unbedingt aufnehmen wollten.“ Als die Band allerdings erfuhr, von wem die Komposition stammte, rechnete sie erstmal nicht mehr mit einer Veröffentlichung, sagt Stefanie Kloß: „Paul Stanley gibt normalerweise nie einen Song frei. Aber nachdem unser Manager Ulf Wunderlich ihm das Demo geschickt hat, gab er sein Okay. Das ist schon eine große Ehre für uns.“