Das Tourplakat von Shakira setzte sich beim Tourposter-Voting im live.ted auf www.musikwoche.de gegen starke Mitbewerber durch. Passend dazu ist Shakira auch die Tour des Monats im aktuellen MusikGuide.
Das Plakat der kolumbianischen Sängerin, die vom 25. Januar bis 2. März unter der Ägide von Wizard Promotions und Marek Lieberberg in den deutschen Arenen ihre Hüften schwingt, wurde von Dieter Gemmer gestaltet. Mit seiner im hessischen Idstein ansässigen Agentur Image Grafikatelier betreut er unter anderem die Plakate aus dem Hause Wizard Promotions seit der Gründung im Jahr 2004. Ossy Hoppe, Geschäftsführer des Frankfurter Veranstalters, hat klare Vorgaben, wenn es um die Darstellung seiner Acts geht: „Der Künstlername muss gut erkennbar sein und eine deutliche Nachricht vermitteln. Hierbei muss berücksichtigt werden, dass man mit attraktiven Entwürfen und besonders im Winter mit hellen Farben arbeitet, da die Dunkelheit sehr viel früher einsetzt“, erklärt Hoppe.
Beim Shakira-Plakat habe Dieter Gemmer, wie so oft bei US-Acts, ein vorgegebenes Motiv für den deutschen Markt angepasst und die Präsentatoren-Logos auf dem Poster untergebracht. Doch auch die kreative Seite kommt nicht zu kurz: „Wir haben relativ freie Hand bei der Umgestaltung. Aber es gibt natürlich von Seiten des Managements des Künstlers eine Marschrichtung.“
Oberstes Gebot bei Gemmers Poster-Arbeiten ist immer die Erreichbarkeit des Konsumenten: „Vor allem muss das ‚Was, wann und wo?‘ erkennbar sein, das ist die goldene Regel für ein Plakat“, erklärt Gemmer, der hauptsächlich bei Konzertpostern aus den USA oder England ein kleines Problem ausgemacht haben will: Diese seien teils sehr verspielt und verkünstelt. Bei extrem verschnörkelten und unleserlichen Logos, wie sie gern bei Metalbands vorkommen, weiß sich Gemmer mit einem Trick zu helfen: „Den Bandnamen in klarer Schrift plus Logo. Dann hat man zwar eine Dopplung, aber das ist in Bezug auf die Lesbarkeit legitim.“
Dass sich in Zeiten von Internet-Promotion und Online-Marketing die Rolle der klassischen Plakatierung gewandelt habe, bestätigt der Grafiker, vor allem bezüglich der Einsatzzeit: „Früher hingen die Plakate viel länger, man hatte unglaubliche Vorlaufzeiten. Das Plakat war schließlich das einzige Medium neben der Anzeige. Heute hängen Plakate vielleicht vier oder sechs Wochen, früher war das fast ein halbes Jahr der Fall“, erzählt Gemmer. Für Veranstalter-Legende Ossy Hoppe hat das klassische Plakat, obwohl kürzer im Außeneinsatz, längst nicht ausgedient, ganz im Gegenteil: Immerhin mache bei Shakira die Plakatierung etwa ein Drittel des Werbebudgets aus. Wie jedoch die Werbemittel eingesetzt werden, hänge immer vom jeweiligen Act ab. Hoppe erzählt: „Bei jungen Künstlern kann man davon ausgehen, dass das Internet der richtige Werbeträger ist, da dieses spezielle Zielpublikum sich mehr durch das Internet informiert. Bei einem „älteren“ Publikum ist die Plakatierung extrem wichtig, da ein Großteil der Konzertgänger immer noch auf diese Art der Werbung Wert legt.“ Man dürfe nicht vergessen, dass ein großer Anteil des Publikums berufstätig sei und täglich auf dem Weg von und zur Arbeit an den Postern vorbeikomme.
Neben dem Plakat von Shakira wusste vor allem der Entwurf zur „Funk & Soul Night“ zu überzeugen – mit einer gelungenen Retro-Ästhetik der 60er-Jahre. Gestaltet wurde das Poster von Thorsten Jahnke und seiner Firma Mitchum D.A., der mit dem Plakat von Paul Weller schon einmal Gewinner beim Tourposter-Voting war. Mit seiner Arbeit zur „Funk & Soul Night“ kam er diesmal denkbar knapp hinter Shakira auf Rang zwei. Den dritten Platz belegte das Poster des US-Superstar-Rappers The Game.
Für die nächste Runde im Poster-Wettbewerb stehen Plakate von Jethro Tull, Deine Lakaien und der Opernproduktion „Nabucco“ zur Auswahl. Wählen Sie ihren Favoriten hier.






