“Spotify ist in Deutschland sehr erfolgreich gestartet und hat in wenigen Monaten einen enorm hohen Bekanntheitsgrad erreicht“, sagt Stefan Zilch, Country Manager Spotify GSA, gut ein halbes Jahr nach dem deutschen Markteintritt. „Die Zahl der Spotify-Fans steigt dynamisch, und schon heute ist unser Service aus dem Leben vieler Musikliebhaber nicht mehr wegzudenken.“ Weltweit setze das Unternehmen „auf ein langfristiges, kontinuierliches Wachstum“. Und das werde sich „mittelfristig natürlich auch auf Umsatz und Ertrag auswirken“. Schon deutlich länger zeigt Napster am deutschen Markt Präsenz: „Wir werden unsere Marktposition als führender Premium-Service weiter ausbauen“, verspricht Thorsten Schliesche, Vice President Sales & Marketing Europe und General Manager Napster Deutschland. Vor allem Vermarktungspartnerschaften sollen den Weg bereiten: „Unter anderem wird die Zahl der Kooperationspartner im Endgerätebereich weiter wachsen. Napster wird nicht nur auf Home-Entertainment- und Mobile-Geräten verfügbar sein, sondern auch über Auto-Soundsysteme verschiedener Hersteller.“ Der Musikkatalog könne, so Schliesche, in drei Jahren auf 20 Millionen Titel wachsen. „Im Bereich Hörbücher werden wir nach wie vor das umfassendste Angebot unter den Musik-Streamingservices haben, auch hier erwarten wir eine starke Zunahme der Kooperationspartner aus dem Verlagswesen.“ Ebenfalls schon lange am deutschen Markt aktiv ist der Streamingdienst aus dem Hause Musicload: „Musicload Nonstop ist integraler Bestandteil von Musicload“, sagt Sascha Heinen, Head of Musicload & DT Music; das Angebotspaket werde „ganzheitlich und orientiert an Markt- und Kundenbedürfnissen“ weiterentwickelt. „Wir sind sicher, dass auch in drei Jahren unser Ziel sein wird, kein reiner Download-to-own- oder Streamingdienst zu sein, sondern der Anbieter, der dem Kunden ein möglichst ganzheitliches Angebot unterbreitet.“ Wie Musicload ist auch Simfy eine deutsche Entwicklung. „Musik ist so individuell wie ihre Hörer“, meint Simfy-CEO Gerrit Schumann. „Dazu stellt Simfy seinen Nutzern eine Mischung aus einem starken redaktionellen Angebot und aus intelligenten Funktionalitäten, die auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten sind, zur Verfügung.“ Große Ziele verfolgt Deezer: „Wir wollen bis 2016 weltweit der führende Musikstreamingservice sein und fünf Prozent des Musikmarktes repräsentieren“, sagt Milan Goltz, Managing Director Deezer Deutschland & Österreich. „Deutschland ist ein wichtiger Markt, wir werden unseren Teil dazu beitragen, dieses Ziel zu erreichen. In drei Jahren sehen wir uns in Deutschland unter den Top drei der Anbieter.“ Nicht Besitz ist wichtig, sondern Zugang Allerdings hat der deutsche Markt seine Eigenheiten: „Er ist keine einfach zu knackende Nuss, weil hier bis vor kurzem noch immer über 80 Prozent physisches Geschäft vorherrschte“, weiß Stefan Baumschlager, Head of European Partnerships Rdio. Langsam aber ändere sich das Bild und entwickle sich entsprechend „dem globalen Trend weg von der besitzorientierten und hin zur Zugangswirtschaft“. Im Wettbewerb der Streamingdienste baut Wimp derweil auf redaktionelle Kompetenzen: „Unser Ziel ist es, weiterhin der beste Streamingservice zu sein und unseren Kunden als Inspirationsquelle zu dienen“, sagt Jan Mehlhose, Geschäftsführer Wimp Deutschland. „Wir wollen für Inspiration, Einfachheit und Musikkompetenz stehen.“ Rara, der Streamingdienst des britischen Digitaldienstleisters Omnifone, möchte hingegen das eigene Angebot „als Service etablieren, mit dem Musikliebhaber von all ihren Geräten auf ihre Musik zugreifen können“. Ganz ähnlich klingt das auch bei Microsoft zum Start des neu positionierten Musikdienstes: „Die Veröffentlichung von Xbox Music ist ein Meilenstein, wenn es darum geht, Musik möglichst einfach auf unterschiedlichsten Endgeräten zu genießen“, lässt Don Mattrick, President Interactive Entertainment Business bei Microsoft, wissen.
Serie: Streamingdienste rüsten sich für die Zukunft
Attraktive digitale Geschäftsmodelle gibt es längst in vielen Varianten. Die MusikWoche-Serie „Digitale Geschäftsmodelle mit Musik“ beleuchtet das breite Angebot legaler Musikdienste vom Download über Aboservices bis Streaming und Cloud Computing. Der fünfte Teil der Serie vergleicht das Angebot der am deutschen Markt aktiven Streamingdienste und fragt nach den Zielen für die nächsten drei Jahre.






