Die Mitglieder der IFPI Schweiz verbuchten im traditionellen Tonträgermarkt zum sechsten Mal in Folge einen kräftigen Umsatzrückgang. Die Umsätze nach Abgabepreisen an den Handel sanken im vergangenen Jahr um 13,57 Prozent auf 191 Millionen Franken, umgerechnet 116,7 Millionen Euro. 2005 wurden noch 221 Millionen Franken umgesetzt. Seit dem Jahr 2000 reduzierten sich die Umsätze der Schweizer Musikwirtschaft damit um rund 38 Prozent.
Der legale Downloadmarkt habe sich dagegen erfreulich entwickelt, meldet der Verband. Die Umsätze im Digitalgeschäft haben sich mit einem Anstieg von drei Millionen auf sieben Millionen Franken im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt. Das reiche aber bei Weitem nicht aus, die Verluste im physischen Tonträgermarkt auszugleichen, heißt es aus Zürich.
Die Zahl der verkauften CD-Alben ging im Jahresvergleich von 13,6 Millionen Exemplaren auf 11,4 Millionen zurück, die Verkäufe von Singles sanken von 1,4 auf 0,9 Millionen Einheiten. Nachdem der Schweizer Branchenverband im vergangenen Jahr einen Anstieg der Zahl der verkauften Audio-DVDs um fast das Zehnfache auf rund 700.000 Einheiten verzeichnen konnte, erlebte dieses Format 2006 einen massiven Bedeutungsverlust: Es konnten nur noch 40.000 Exemplare an den Handel abgesetzt werden.
„Um ein Überleben des schweizerischen Tonträgermarktes zu sichern, ist es weiterhin unbedingt notwendig, die unautorisierten Downloads über illegale Tauschbörsen und das massenhafte illegale Kopieren von Musik mit allen Mitteln zu bekämpfen“, wendet sich die IFPI Schweiz an die Politik. Die Probleme der Musikwirtschaft seien in der anhängigen Urheberrechtsgesetzesrevision noch nicht ausreichend erkannt worden, bedauert der Verband. Der Gesetzgeber sei nun gefordert, zu verhindern, dass die Schweiz nicht das europäische Land mit dem schwächsten Rechtsschutz für Kulturschaffende bleibe.





