Recorded & Publishing

Schwaches Musikgeschäft verhagelt Handleman die Bilanz

Der US-Großhändler und -Rackjobber Handleman schloss sein Geschäftsjahr mit einem minimalen Umsatzplus ab. Zuwächse bei Games fingen dabei Rückgänge bei CDs und DVDs auf. Dennoch verwandelte das Unternehmen einen Vorjahresgewinn in massive Verluste.

Der US-amerikanische Großhändler und Rackjobber Handleman Company schloss sein Geschäftsjahr 2007 mit einem minimalen Umsatzplus ab. Doch gleichzeitig verwandelte das in den USA, Großbritannien und Kanada tätige Unternehmen einen Gewinn in massive Verluste.

In den zwölf Monaten bis zum 28. April setzte Handleman 1,324 Mrd. Dollar um – ein Plus von 0,9 Prozent im Vergleich zum Fiskaljahr 2006. Damals machte die Firma aus dem US-Bundesstaat Michigan noch einen Nettogewinn von 13,57 Mio. Dollar. In der aktuellen Bilanz steht indes ein Verlust in Höhe von 53,43 Mio. Dollar. In der bilanzschönenden Pro-forma-Rechnung, die nur die in den letzten 14 Monaten unverändert weitergeführten Geschäftsaktivitäten berücksichtigt, kommt Handleman auf einen Vorsteuerverlust von 25,7 Mio. Dollar. Vor einem Jahr waren es noch 12,5 Mio. Dollar Gewinn vor Steuern.

Das mit gut 71 Prozent Umsatzanteil für Handleman wichtigste Geschäftsfeld, der Verkauf von Musikprodukten, kam im letzten Jahr auf Einnahmen in Höhe von 947,6 Mio. Dollar. Das sind 13,8 Prozent weniger als im Jahr 2006. Dafür legte der Verkauf von Konsolenspielen um 157 Prozent auf nunmehr 219,7 Mio. Dollar zu. Damit macht das Games-Geschäft inzwischen knapp 17 Prozent der Handleman-Umsätze aus. Das restliche Geschäft, das u.a. auch den Vertrieb von DVDs und Kinderbüchern umfasst, sank um drei Prozent auf 117,8 Mio. Dollar.

Ähnlich ist auch das Bild im vierten Quartal: Die Umsätze sanken um 5,7 Prozent auf 268,5 Mio. Dollar. Aus dem Nettogewinn von 6,5 Mio. Dollar im Vorjahr wurden nun 37,5 Mio. Dollar Verlust. Die Einnahmen mit Konsolenspielen stiegen in den letzten drei Monaten um 74 Prozent auf 55,2 Mio. Dollar, während das Musikgeschäft auf 48,8 Mio. Dollar absackte. In diesem Fall gibt Handleman nicht einmal Vergleichswerte des Vorjahresquartals an.

Chairman & CEO Stephen Strome bezeichnete die Bilanz als „Enttäuschung“, die unter den Erwartungen der Firmenleitung liegt. Als Gegenmaßnahme habe man bereits diverse Kostensenkungen veranlasst, darunter auch Entlassungen und die Zusammenlegung von Auslieferungslagern. Im kommenden Geschäftsjahr will Strome mehr als 20 Mio. Dollar einsparen.

Mehr zum Thema